Gender Mainstreaming: Angriff auf die Familie
Gender Mainstreaming: Angriff auf die Familie
Oder: Gleichberechtigung als Vorwand für geschlechtslose Gesellschaft
aus Salz&Licht 02/2011
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„Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist die Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ [1]. Wie kaum in einem anderen Land auf der Welt ist dieses als Artikel 1 in das deutsche Grundgesetz verankert, der den obersten Gesetzesgrundsatz festlegt. Von ihm ausgehend wurden weitere Gesetzgebungen sorgfältig verfasst, die einzig der Wahrung der Menschenwürde, zum Wohle der einzelnen Person, dienen sollten. Hierzu werden die staatlichen Gewalten in strengen Teilungen ihrer Macht berufen, die dem Volk gegenüber dienende Aufgaben wahrnehmen. Dies sind die Legislative, Exekutive und Judikative, welche auch unter gesetzgebender, gesetzesausführender und rechtsprechender Gewalt zu verstehen sind.
Nicht nur dieses, das persönliche Wohl wird durch ein Rechtssystem geschützt, das all seine persönlichen Charaktermerkmale und Lebenslagen, all sein familiäres wie soziales Umfeld versucht zu berücksichtigen. Dem Artikel 1 folgen die Artikel 2, 3, 4, 5. Diese regeln unter anderem das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit, auf Gleichheit vor dem Gesetz, auf die Freiheit des Glaubens und auf freie Meinungsäußerung. Der zu den Grundrechten gehörende Artikel 6 hebt besonders den Schutz der Ehe und Familie hervor.
Als Mitglied der Europäischen Union unterzeichnete Deutschland den EU-Vertrag, der es zur Einhaltung der EU-Gesetzgebung verpflichtet. Im Zuge der Einführung des „Antidiskriminierungsgesetzes“ der Europäischen Union wird das deutsche Gleichberechtigungsgesetz, zwecks Anpassung zum Unions-Gesetz, im Jahr 2005 um Gender Mainstreaming erweitert [2]. Nur von einer kleinen Minderheit der Deutschen wahrgenommen, trat Gender Mainstreaming in Kraft und spaltet jetzt die gesellschaftlichen Meinungen in krasse Gegensätze.
Gender Mainstreaming verfügt über eine eigene Homepage, in der es sich als politische Hilfe für alle Frauen betreffenden Maßnahmen formuliert. Das in der Homepage stolz präsentierte Zeichen des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, auch BfSFJ genannt, ist dabei nicht zu übersehen [3].
1. Was ist Gender Mainstreaming?
Die Frauenförderung scheint das oberste Ziel zu sein, oder exakter ausgedrückt, die Förderung der Karriere der Frauen. Wer unter diesen Gesichtspunkten an Gender Mainstreaming herangeht, um sich näher damit zu beschäftigen, ertappt sich immer wieder bei der Frage, ob es wirklich so schlecht sei, wie seine Gegner behaupten. Lediglich versuche diese neu eingeführte Philosophie doch nur, nach all den Jahren der Frauenunterdrückungen die gesellschaftlichen Unterschiede zwischen Frauen und Männern noch genauer unter die Lupe zu nehmen, sie bloßzustellen oder zu beseitigen. Mit Gender Mainstreaming gäbe es gar keinen wesentlichen Unterschied zwischen Frauen und Männern mehr. Eine Gleichstellung zur Herstellung der absoluten Gleichberechtigung sei dadurch vollzogen.
Wenn es nur so einfach wäre. Gender, wie dieses englische Wort selbst ausdrückt, will genau diesen Unterschied nicht, der die Ungleichheit zwischen einer Frau und einem Mann ausmacht. Gender bedeutet in diesem Zusammenhang „das sozial anerzogene Geschlecht“. Demnach sei das biologisch angeborene Geschlechtsmerkmal nicht wirklich existent. Vielmehr fühle man sich als Frau oder Mann, weil die Tradition der patriarchalischen Gesellschaft einen dazu dränge [4]. Das Wort „Geschlecht“ drücke nichts weiter aus, als ein Produkt der gesellschaftlichen Definition, mit anderen Worten der Phantasie, und gehöre abgeschafft. Stattdessen wird „Gender“ als ein neues vorbildliches Wort eingeführt, das einen gesetzlichen Rahmen eröffnen sollte, in dem der neue freie Mensch imstande sei, sich sein Geschlecht auszusuchen. Mehr als das, Gender bedeute nicht nur Mann oder Frau, wie sie in der sogenannten „tradierten“ Gesellschaft bisher als normal angesehen werden, sondern umfasse noch weitere Geschlechter, die bisher fälschlicherweise als krank abgestempelt und diskriminiert werden, deren Normalität deshalb hergestellt werden müsste. Demnach gelten Homo-und Bisexuelle, sowie Trans-und Intersexuelle als Menschen mit eigenem Geschlecht, oder eigenem Gender [5].
Mainstreaming bedeutet übersetzt „Hauptstrom“, in den Gender eingebettet und gefördert wird. Es sollte mittels Einführung in die Gesetzgebung die gesamte Gesellschaft durchsetzen [6]. „Gender Mainstreaming“ lässt erahnen, dass sich hinter diesen Wörtern der Anspruch verbirgt, die gesellschaftliche Führung zu übernehmen: Gender soll längerfristig der Hauptstrom werden.
2. Die Gender-Ideologie
Die Gender-Gegner zeigen auf, dass Gender Mainstreaming aus dem Feminismus und der Schwulenbewegung heraus entstand. Dieser Zusammenhang ist kaum in den Publikationen der Gender-Befürworter wahrnehmbar. Den meisten Menschen erscheint diese Entstehungsgeschichte für eine Gesetzgebung derart absurd, dass sie beinahe ihre Glaubwürdigkeit verliert. Doch genau die Absurdität macht Gender Mainstreaming aus. Öffentlich versucht es, von der Querverbindung zu seinen feministischen und homosexuellen Interessengruppen abzulenken. Unter dem Grundsatz der Gleichheit verleugnet Gender Mainstreaming das biologische Geschlecht obendrein. Dadurch trägt es dazu bei, genau die Lebensweisen dieser Interessengruppen als erstrebenswert und förderungsbedürftig darzustellen.
Die Absurdität ist für jeden einzelnen Meinungsbildner verwirrend und kaum steigerungsfähig, indem Gender Mainstreaming in das Gleichberechtigungsgesetz mit all seinen diskriminierenden Ansätzen eingeht.
Der Feminismus
Den Gender-Befürwortern kann man entnehmen, dass Gender Mainstreaming das Ergebnis eines dreißigjährigen Lernprozesses und auf die Errungenschaft der feministischen Bewegung zurückzuführen sei. Die Pekinger Frauenkonferenz 1995, eine von der Vereinten Nation initiierte, und von Frauen-Nichtregierungs-Organisationen unterstützte Einrichtung, soll den gesellschaftlichen Durchbruch Genders besiegelt haben. Darin sind sich die Gegner wie Befürworter einig. Auf Anregung der feministisch ausgerichteten Frauen-Nichtregierungs-Organisationen verpflichteten sich die an der Konferenz teilnehmenden Staaten den „Maßnahmen zur Verbesserung der Lebenssituation der Frauen“ [7]. Der Begriff Gender wurde hier nicht erwähnt, wurde aber unmittelbar nach der Konferenz in den EU-Richtlinien für verbindlich erklärt. Im Beschluss vom Bundeskabinett (damals unter Gerhard Schröder) wurde Gender Mainstreaming am 23. Juni 1999 als „strukturiertes Leitprinzip“ anerkannt [8]. Es wurde unter der folgenden Schwarz-Rot-Regierung von der damaligen Bundesministerin für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit, Ursula von der Leyen, in die Gesetzgebung eingeführt.
Der Feminismus ist aus der linken Studentenbewegung der 60er Jahre heraus entstanden. Er gehört zur zweiten und dritten Welle der Frauenbewegung und ist im Gegensatz zur ersten von Machtbestrebungen der Frauen geprägt. Nachdem die gleichen Rechte zwischen Frauen und Männern in Bildungen, Ausbildungen und Berufsausübungen mit der ersten Welle erreicht wurden, sieht die zweite und dritte Welle ihre Hauptaufgabe darin, für eine gerechtere Verteilung der wirtschaftlich und gesellschaftlich wichtigen Positionen an die Frauen zu kämpfen [9]. Gerecht bedeutet eine Erhöhung des Frauenanteils in Leitungspositionen.
Parallel dazu bewirkt der Begriff Gender eine Einführung der Anerkennung von Homo-, Trans-und Intersexualität als eigene Geschlechtsidentität, die gleichberechtigt behandelt werden sollen. Auch sie müssten damit unterstützt und vor jeder gesellschaftlichen Diskriminierung geschützt werden, die ihre Existenz gefährdet.
Die Verbindung zwischen feministischer und Schwulenbewegung
Weder in den Gesetzestexten des Gender Mainstreamings, noch im seinem öffentlichen Internetsauftritt ist eine Zusammenarbeit zwischen feministischen Gruppen, Lesben-und Schwulenverbänden erkennbar. Dabei ist es bekannt, dass ein extremer Flügel der modernen Frauenbewegung aus lesbischen Feministen besteht, die mit aggressiven Parolen versuchen, ihre eigenen Interessen durchzusetzen, und zwar solche, die von denen heterosexuellen Frauen abweichen. In Deutschland wurde bereits Anfang der 60er Jahre eine Querverbindung zwischen der feministischen Bewegung, der profeministischen Männerbewegung und der Schwulenbewegung registriert [11].
Die Queer-Theorie als Grundlage der Gender-Ideologie
In seinen Machtbestrebungen bedient sich der Feminismus verschiedener Theorien, die die Handlungsbasis bereitet und gesellschaftlich wie politisch rechtfertigt. Unter anderem setzte sich die Queer-Theorie in den letzten zwanzig Jahren durch, und ebnete zugleich den Weg Gender Mainstreamings in die europäische Gesetzgebung. „Queer“ entstand vor den 90er Jahren als ein englisches Schimpfwort gegen alle vermeintlich unmoralischen menschlichen Lebensformen [10]. Das Wort wurde oft benutzt, um die sexuellen Randgruppen zu beleidigen. Um der gesellschaftlichen Diskriminierung standzuhalten, organisierten sich die Schwulen, Lesben, Trans-und Intersexuellen in den USA zur „Queer-Nation“, welche ihnen ein eigenes Selbstbewusstsein verlieh. Gleichzeitig demonstrierten sie nach außen hin, nicht nur über eine eigene Geschlechtsidentität, sondern über ein eigenes Geschlecht zu verfügen. Aus „Queer-Nation“ wurde „Queer-Politik“ mit der Queer-Theorie als Grundlage.
Die Queer-Theorie entstand in der Zeit, in der die Öffentlichkeit auf die Probleme der schwulen und lesbischen AIDS-Kranken in den Staaten, damals unter Reagan, aufmerksam gemacht wurde [12]. Eine Erklärung dafür, warum die Theorie mit einer hohen Toleranz in die US-Gesellschaft aufgenommen wurde, liegt auf der Hand. Nach dem Ausbruch der Krankheit wurden die Erkrankten von der Reagan-Regierung allein gelassen. Ihre rapide soziale Entgleisung folgte der mangelhaften Eigenversicherung [12] und rief viel Mitgefühl hervor, was die Toleranzschwelle für „Queers“ und ihre Interessenrechtfertigung erhöhte. Die Queer-Theorie fand bei vielen Menschen Zustimmung.
In der Queer-Theorie gilt die Tatsache, ein Mann oder eine Frau zu sein, schlicht und einfach als eine gesellschaftliche Konstruktion [12]. Nach Judith Butler, der Philosophin und bekannten Autorin der Theorie im deutschsprachigen Raum, unterliege das menschliche Geschlecht einer von der Gesellschaft festgelegten Matrix zwischen dem angeborenen Geschlecht (Sex), dem persönlich anfühlenden Geschlecht (Gender) und dem eigenen Begehren. Die Matrix gelte zu dekonstruieren, mit dem von Butler verfassten „Dekonstruktivismus-Ansatz“ [13], der später in Gender Mainstreaming verankert wurde.
Butler selbst ist auf ihren Portraitbildern, die im Internet zu finden sind, abwechselnd als Frau oder Mann erkennbar. Ihr Auftritt in der Berliner Bibliothek im Jahr 1997 wurde von der TAZ stark kritisiert. Erschreckend war dabei ihr Denkansatz, die gefühlsbezogene Liebe völlig als entmaterialisiert zu betrachten. Damit suggerierte sie den Zuhörern, Inzest als eine nachvollziehbare, moralisch gar vertretbare Form zu akzeptieren. Eine Inzesthandlung destabilisiere notwendigerweise in der modernen Gesellschaft die Familie, sei diese doch bloß eine vom Vatikan auf die Menschheit auferlegte Struktur. Die Norm sei längst die schwule Familie. Ihre Liebe gelte den „todgeweihten AIDS-Kranken“-Homosexuellen. Für Butler sei AIDS nichts weiter als eine „sozial verhängte Strafe“ [14].
3. Vorläufe des Gender Mainstreamings: zwei Beispiele
Erfahrung in der Kibbuzbewegung
Gender Mainstreaming ist kein Ergebnis eines dreißig jahrelangen Lernprozesses. Die Tatsache, dass es keine neu gewonnene menschliche Erkenntnis ist, ist so wahr wie die Existenz soziologischer und psycho-medizinischer Experimente vor Gender. So begleitete der Kulturanthropologe und Psychoanalytiker Melford Elliot Spiro die Kibbuzbewegung der jüdischen Feministinnen von 1951 bis in die 70er Jahre. Seiner Veröffentlichung kann entnommen werden, wie konsequent die soziale Geschlechterdekonstruktion von Kibbuzgründerinnen in der Anfangszeit durchgeführt wurden. Um das Arbeitsleben der Frauen zu unterstützen, die kriegsbedingt mehr oder weniger Männerberufe ergreifen mussten, wurden die Kinder gleich nach der Geburt in die Kinderheime gebracht. Die Eltern durften die Kinder in geregelten Zeiten besuchen und nach Hause mitnehmen, bis sie am Abend zum Schlafen wieder in die Heime zurückgegeben wurden. Nach und nach stellte sich ein allgemeines Verhalten der Frauen ein, die zunehmend die Männerarbeiten zugunsten der Frauenarbeiten aufgaben, um mehr Zeit für ihre Kinder zu finden. In den 70er Jahren kam es durch die Generation der Töchter zur Gegenbewegung, die Stück für Stück das Heimschlafen der Kinder abschafften und die Kinder zurück in das Familienleben einführten. Die Erfolge der Gegenbewegung überraschten Spiro positiv, als die Mütter und Kibbuzgründerinnen sich über das Familienleben ihrer Kinder und Enkelkinder freuten. Mitunter wurde das Eifersuchtsverhalten der Mütter gegenüber den Töchtern beobachtet, die ihr Mutterdasein an den Enkelkindern nachholten [15].
Ein Unfall: Der John-Fall
Ein operativ durchgeführter Dekonstruktionsversuch sollte den Beweis für Gender zwischen den 60er und 70er Jahren liefern. Seine fatalen Folgen gingen unter dem „John-Fall“ in die Geschichte ein. Im Babyalter wurden die eineiigen Zwillingsbrüder Bruce und Brian Reimer aus kanadischem Winnipeg beschnitten. Von Bruce wurde der Penis dabei gravierend verletzt, so dass er abfiel. Seine Eltern suchten Rat bei dem Psychiater John Money aus Baltimore, der während dieser Zeit mittels moderner Medien weltweit für die Gendertheorie warb. Money beschloss daraufhin, Bruce zur Frau umoperieren zulassen, indem aus den restlichen Hautpartien des verbliebenen Geschlechtsorgans Schamlippen geformt wurden. Weiterhin konstruierte er eine neue Identität für das geschaffene Mädchen, das fortan nicht mehr Bruce, sondern Brenda heißen sollte. Seine Eltern, sein Bruder sowie sämtliche soziale Umgebung sollten in diese Lüge involviert werden. Dabei wurde der wachsende emotionale wie soziale Konflikt Bruces, der sich nie als Mädchen gefühlt hatte, ignoriert. Den Tatsachen, dass er sich während der Pubertät zu den Mädchen hingezogen fühlte, wie dass sein Stimmbruch trotz zahlreicher Hormonbehandlungen zum Vorschein kam, ordnete Money eine lesbische Neigung zu. Als Bruce erfuhr, dass er nicht als Mädchen zur Welt gekommen war, ließ er sich noch einmal umoperieren und startete eine Gegenhormonbehandlung. Bruce nannte sich selbst David, wie er sich im Kampf eines kleinen Menschen gegen einen Riesen sah [16].
John Money wurde schon in den 70er Jahren als Psychiater in Baltimore abgesetzt. Seine Anhänger und Gender-Befürworter feierten weiterhin sein Experiment als wissenschaftlichen Erfolg. Bis sich David Reimer 2004 selbst erschoss, nach dem Tod seines Zwillingsbruders und der Scheidung von seiner eigenen Frau [16].
4. Interessengruppen hinter Gender Mainstreaming
Das Ergebnis erfolgreicher Lobbyarbeit bisexueller Feministinnen
In seiner Publikation „Gender Mainstreaming – Politische Geschlechtsumwandlung“ stellt der Journalist Volker Zastrow der FAZ klar, wie die gesetzliche Einführung des Gender-Mainstreamings auf jahrelanges Wirken der deutschen Europa-Abgeordneten Lissy Gröner und Barbara Helferich zurückzuführen sei. Gröner, die zum Mitglied des Gleichstellungsauschusses berufen wurde, hat mit ihrem geschiedenen Mann zwei gemeinsame Kinder, und ist seit 2005 mit ihrer langjährigen Lebensgefährtin verheiratet [17]. Helferich, die zu den Grünen gute Kontakte unterhält, soll ebenfalls „in wechselnder Begleitung“ [16] in der Öffentlichkeit aufgetreten sein. Zastrow sieht Gründe für die erfolgreiche Lobbyarbeit der beiden Europa-Parlamentarierinnen. Er führt u. a. eine statistisch begründete Analyse über die Lebenssituation der Lesben aus, die es im Vergleich zu den Schwulen in ihren beruflichen Werdegängen viel schwerer haben, und sozial öfter gemieden werden. Diese Interessengruppe hofft auf eine Verbesserung ihrer sozialen Lage durch das Gender-Gesetz. Weiterhin sieht der europäische Staat, mit Deutschland als Mitglied, den Nutzen des Gesetzes darin, mehr Frauen auf den Arbeitsmarkt zu bringen. Für den Staat als solchen stellen die Hausfrauen und halbtagstätigen Mütter, so wie Zastrow beschreibt, ein ungenutztes Arbeitspotential dar [16].
Das sexuelle Interesse hinter der Gleichstellungspolitik
Als ein großer Befürworter des Gender Mainstreamings zeigt sich in Deutschland die Herausgeberin der Zeitschrift „Emma“ Alice Schwarzer. „Emma“ prägte Deutschland im Kampf für die Gleichberechtigung der Frauen. Nach Zastrow verfolgt die Zeitschrift ehrgeizig und ausdauernd mehrere Ziele: die Bekämpfung des patriarchalischen Verhaltens, die Machtbestrebung der Frauen, und nicht zuletzt, die gesellschaftliche Akzeptanz gegenüber Homosexualität im großen Maße. Die Zeitschrift, die sich selbst gern als gerecht und fortschrittlich sieht, entstand 1974 zunächst in Form der Flugblätter, die gegen den Itzehoer Prozess eingesetzt wurden. Der Prozess verurteilte das lesbische Paar Judy Andersen und Marion Inns nach ihrem Mordkomplott gegen Inns Ehemann zu lebenslänglicher Freiheitsstrafe. Öffentlich stieß die Handlungsweise der Richter, die von dem vorgelegten psychologischen Gutachten gestützt war, oftmals auf Unverständnis. Hierin wurde den homosexuellen Triebtätern die vollständige Schuldfähigkeit wie bei heterosexuellen bescheinigt [17]. Alice Schwarzer, die damals den Flugblattaufsatz verfasste, behauptete Jahre später immer noch im Itzehoer Prozess eine Abrechnung der Männergesellschaft mit der Frauenliebe [18], mit der „neuen Zärtlichkeit“, so wie sie dieses Wort für die weibliche Homosexualität einführte [16].
Schwarzers „neue Zärtlichkeit“ war folgenreich. Mit ihr trat eine medienwirksame Unterstützung lesbischer Lebensweise auf, die mit einer gewissen Begeisterung verknüpft war. Schließlich wurde zum ersten Mal in der Nachkriegszeit über das bislang tabuisierte Phänomen der Frauenliebe offen gesprochen. Die begeisterte Stimmung ließ die lesbischen Feministinnen in ihrem Geschlechterkampf gerecht erscheinen. Dabei wurde oft übersehen, dass die „neue Zärtlichkeit“ die homosexuelle Triebtat verharmloste, und die richterliche Handlung faktisch unbegründet als Diskriminierung darstellte. Die Frage bleibt, was sich hinter den polemisch aufgearbeiteten Argumenten verbirgt, pure Naivität oder zielgerichtetes Handeln?
Geht man heute von einer gelungenen Strategie aus, muss man erschrocken feststellen, dass sie bereits in allen Lebensbereichen der Gesellschaft verankert ist. Mit ihrer vorgeschobenen Opferrolle sorgten die lesbischen Feministinnen für die gesellschaftliche Toleranz ihrer homosexuellen Lebensweise. Wird sie erst von der humanitär geprägten Gesellschaft allgemein toleriert, werden Forderungen gestellt, die Homosexualität zur Norm, genauso zur Vorbildfunktion zu erheben. Ihre Erfolge schlagen sich im Gender-Gesetz nieder, das offensichtlich nicht nur die Gleichberechtigung vertritt, sondern das dahinter verborgene homosexuelle Interesse, oder anders gesehen, das Machtinteresse homosexueller Gruppierungen. Gleichstellung ist das neue Machtwort, das sich völlig offene rechtliche Interpretationsmöglichkeiten vorbehält.
5. Gender Mainstreaming wirkt zerstörend in das Deutsche Grundgesetz
Die Karriereförderung auf Kosten der Familie
Die EU-Mitteilung der Kommission zur „Einbindung der Chancengleichheit in sämtliche politische Konzepte und Maßnahmen der Gemeinschaft" (COM(96)67 endg) „soll einen wichtigen Bestandteil Gender Mainstreamings liefern“ [19]. „Chancengleichheit“ bedeutet jedoch lediglich die Förderung der Karriere. Die Frauen und Männer sollen in ihrer Karriere unter Berücksichtigung der familiären Belastung Leitungspositionen erlangen, ebenso andere Geschlechtertypen, die nicht den „Stereotypen“ Mann oder Frau angehören. Sie sollen dazu angeregt werden, selbst wenn sie vor den Leitungsaufgaben zurückschrecken. Hierzu soll ein betreuender Mentor ihnen zur Seite stehen. Fraglich ist dabei, wie weit und mit welchen psychologischen Mitteln der Mentor in die interne Familien-und Partnerschaftsangelegenheit eingreifen darf. Mit Gender Mainstreaming erscheinen die Bedürfnisse der Ehepartner und Kinder nicht existent, ebenso wenig wie die Bedürfnisse der Frauen und Männer, die ihren Lebensinhalt im Dasein für die Familie gefunden haben. Gender Mainstreaming unterwandert damit den Artikel 6 des deutschen Grundgesetzes, das besagt, dass die Familie das höchste Gut der Gesellschaft ist, das zu schützen gilt. Dem zum Trotz soll nach dem Gender-Gesetz die Kindererziehung zugunsten der Karriereförderung von geringerer Bedeutung sein.
Die Verstärkung potentieller Diskriminierungen
Gender Mainstreaming soll die per Gesetz festgelegte Gleichbehandlung gegen Diskriminierung aller Arten durchsetzen. Dabei ist es nicht zu leugnen, dass die menschliche Psyche immer wieder dazu neigt, alles, was ihr fremd erscheint, abzulehnen oder abzuwerten. Ähnlich wie ein latenter Rassismus in der Gesellschaft vorhanden ist, ist ein latenter Sexismus gegenüber weiblichen und homosexuellen Kollegen am Arbeitsplatz nicht immer vermeidbar, und tritt gelegentlich unter gewissen Umständen auf. Um dieses Problem in den Griff zu bekommen, sollte das Verständnis für Toleranz möglichst in der Kindheit vermittelt werden, was mit Genders karriereorientiertem Elternhausmodell schwer realisierbar ist. Gender zwingt die Menschen dazu, das fremde Gegenüber ohne Rücksichtnahme auf vorhandene Kompetenzen als vollwertig zu akzeptieren. Das Gesetz erzeugt verstärkt dadurch eine ablehnende Haltung gegen die Diskriminierten. Als Folge kann leicht eine versteckte Diskriminierung eintreten, die schwer nachvollziehbar und in ihrer Intensität kaum kontrollierbar ist.
Es ist nicht zu übersehen, wie schnell alleinerziehende Mütter oder Väter bei der Arbeitssuche auf den unteren Plätzen der Bewerberliste landen. Ein Unternehmen, das in erster Linie die Aufgabe hat, Gewinne zu erwirtschaften, muss zwangsläufig erhöhte Risiken bei der Einstellung alleinerziehender Mitarbeiter einkalkulieren. Mit Gender ist diese Situation nicht aus der Welt geschafft. Praktische, finanzielle Zuschüsse seitens des Staates wären schon hilfreicher.
Die Förderung einer selbstbefriedigenden Gesellschaft
Die von Sigmund Freud beschriebene These über Bisexualität, die bei allen Menschen existiert, wird von den Gender-Befürwortern gern zum Untermauern ihrer Argumente verwendet. Im Gender Mainstreaming spiegelt sich diese These in einem Satz wieder, der die Grundlagen des Gesetzes festlegt: „[...]Niemand ist nur männlich oder nur weiblich, aber wir leben in einer Welt, die maßgeblich durch die Zuweisung von Geschlechterrollen geprägt ist[...]“ [19]. Dieser Grundsatz begründet die Salonfähigkeit der abnormalen sexuellen Lebensweisen. Er eröffnet eine Scheinwirklichkeit für viele Menschen, die sich gleichzeitig als Mann oder Frau fühlen sollten.
Rein biologisch betrachtet hat die Sexualität die wichtige Funktion der Fortpflanzung. Wie alle im Menschen angelegten Grundbedürfnisse verfügt sie über gute wie und schlechte Seiten. Mit Gender Mainstreaming soll es in der Gesellschaft zweigeschlechtliche Menschen geben. Leben sie beide sexuelle Neigungen aus, wird die Sexualität nicht mehr von der Verantwortung eines einzelnen Partners geschützt. Sie dient allein und einzig der Selbstbefriedigung. Solche Gesellschaftsmodelle mit dominant selbstbefriedigendem Charakter gab es in der Geschichte. Das römische Reich, als ein prominenter Vertreter davon, zerfiel an „seiner inneren Fäulnis“.
Die bewusste Diskriminierung
Mit der Verleugnung der biologischen Geschlechter diskriminiert Gender Mainstreaming obendrein die Heterosexuellen, indem ihre Geschlechtsidentität und ihre damit verbundene Persönlichkeit verleugnet, oder für minderwertig erklärt wird.
Es gibt medizinische wie psychologischen Studien, die besagen, dass Homosexualität sowohl pathologisch ausgelöst, oder anerzogen, als auch geheilt werden kann [20]. Ebenfalls berichten geheilte ehemalige Homosexuelle authentisch über ihre Leidenswege. Mit dem Gender-Gesetz werden genau die Abnormalitäten als Norm definiert. Der Staat zieht sich somit vor der Verantwortung zurück, an Heilungsprozessen der Betroffenen mitzuwirken, die den Wunsch verspüren, wieder den normalen sexuellen Neigungen nachzugehen.
Der Eingriff in die sexuelle Orientierung der Kinder
Gender Mainstreaming soll auf allen Verwaltungsebenen, in allen Gesellschaftsschichten, in das gesamte Schulwesen, querdurch in alle sozialpädagogischen Einrichtungen implementiert werden. Die ehrgeizigen Ziele enthalten nicht nur die Verständnisaufklärung für das eigene oder andere Geschlecht. Sowie das Logo Gender Mainstreamings gleichzeitig den weiblichen und männlichen Charakter zeigt, werden die Kinder und Jugendlichen dazu animiert, beide Geschlechterrollen auszuprobieren. Ihnen soll außerdem ab dem vierten Lebensjahr die Sexualkunde vermittelt werden. Eine Frage bleibt dabei unbeantwortet, was das mit Gleichberechtigung zu tun hat. Als Beobachter wird man den faden Beigeschmack nicht los, dass die gesamten Erziehungsmaßnahmen darauf abzielen, aus den Kindern zweigeschlechtliche Menschen für die Zukunft zu konstruieren, die den Bedürfnissen der Menschen mit sexueller Abnormalität zur Verfügung stehen sollen. Im schlimmsten Fall werden sie durch die zeitige Sexualisierung leichte Beute für Pädophile.
Hier kann leider nicht mehr ausgeschlossen werden, dass Gender Mainstreaming die Legalisierung der Pädophilie beabsichtigt, geht es doch immer wieder von der Entmaterialisierung der Geschlechterbeziehungen aus, welche jegliche moralische Grenzen versucht zu sprengen. Dieser Fall tritt ein, wenn das Gesetz den Pädophilen ein eigenes Geschlecht, oder eigenes Gender zuweist.
6. Die Methoden der Gender-Akteure
Die sprachliche Verwirrung
Zastrow bezeichnet Gender Mainstreaming als eine Mischung aus Zielstrebigkeit und Ignoranz [16]. Gender setzt sich über die realen Bedürfnisse der Menschen hinweg, um die Politik seiner Interessengruppen umzusetzen. Ausgehend von dem Ansatz, dass die Sprache über die Macht verfügt, die Realität zu beeinflussen, wird sie entsprechend den Vorgaben der Gender-Akteure verändert. Einfache, geschlechterspezifische Wörter wie „Mann“ oder „Frau“ werden zu Stereotypen erklärt, die negativ behaftet sind. In der neuen, so genannten „geschlechtersensiblen Sprache“ [22] sollen die Wörter entweder verstärkt feminin erscheinen, oder völlig neutral gehalten werden. So wird aus Geschlecht Gender. Aus der Präsidentin oder dem Präsident wird das Präsidium, aus der Beamtin oder dem Beamten die Beamtenschaft [23]. „Tochter“ oder „Sohn“ werden nicht mehr benannt, sondern „Nachkommen“ [16]. Englische Wörter wie Diversity, Queerversity werden eingeführt, um die abnormalen sexuellen Lebensweisen zu bezeichnen. Wörter mit aburteilendem Charakter werden verwendet, wie Homophobie oder Genderblindheit. Die Intoleranz Gender Mainstreamings gegenüber anders Denkenden zeigt sich darin, dass es sie als krank abstempelt. Das Recht auf freie Meinungsäußerung wird hiermit unterbunden.
Das Kadersystem und die Verunsicherungspädagogik
Die Gender-Akteure sprechen bei der ihrer Einführungsarbeit vom Top-Down-Prinzip. Gender Mainstreaming soll in einem Kadersystem von oben bis unten weisungsgebunden verbreitet und kontrolliert werden. Dies soll auf allen verwaltungsrechtlichen Ebenen geschehen. Jede Organisation, Einrichtung, Institution soll ihm verpflichtet sein. Eine „Verunsicherungspädagogik“ [24] mit vorwiegend manipulierendem Charakter wird zu diesem Zweck im großen Stil vermittelt, die sich als eine Art Dienstleistung für fachliche Kompetenzen verkauft, und nicht wenig abgegolten wird, aus staatlichen wie aus privaten Kassen.
7. Aktuelle sozialpolitische Auswirkungen
Die Verschleierung des wahren Hintergrundes
Die von den Gender-Akteuren bewusst eingesetzte Verunsicherungspädagogik [24] scheint erfolgreich zu sein. Aus Erfahrung kann berichtet werden, dass viele Menschen, die sich mit der Autorin unterhielten, noch nie von Gender Mainstreaming gehört hatten, oder nur vage wahrnahmen, was Gender ist. Dies geschah unabhängig vom Bildungsniveau. Andere wiederum, die über Kenntnisse Gender Mainstreamings verfügen, erzählten über ihren Eindruck, von dem Volker Zastrow bereits berichtete, dass etwas Seltsames an dem Gesetz vernommen werden kann, etwas Unerklärliches.
Wahrscheinlich konnte Gender Mainstreaming genau dadurch ohne großes Aufsehen in die Gesetzgebung eingehen, weil den meisten Menschen Möglichkeiten vorenthalten wurden, sich sachlich mit der Thematik Gender auseinanderzusetzen. Dies würde die Frage beantworten, warum die Hilferufe der Gender-Gegner immer wieder ins Leere laufen, und die Gender-Akteure weiterhin in ihrer Ignoranz ausharren können.
Gender Mainstreaming ist gesellschaftlicher Zündstoff
Kurioserweise scheinen die extremen Autonomenszenen Europas die komplexe Thematik besser zu verstehen als die große öffentliche Mehrheit. So liefern sich Links-und Rechtsautonome gegenseitig regelmäßig Schlammschlachten im Bezug auf Gender. Die NPD schreibt auf ihre Fahne, Gender Mainstreaming für eine gesunde Familienpolitik abzuschaffen [25] und buhlt damit um Wählergunst. Die Schweizerische Volkspartei hetzt gegen „die männlichen Huren und die unter keinem Titel akzeptierbaren Bubenschänder“ [26]. Einmal mehr wird die Persönlichkeit Homosexueller in den Dreck gezogen. Der Demokratie ist ein Bärendienst getan.
Von Gender Mainstreaming in ihrem Selbstbewusstsein gestärkt, gehen homosexuelle Gruppierungen Hand in Hand mit den Linksautonomen nicht weniger aggressiv vor, gegen alle, die Abstand von der homosexuellen Lebensweise halten. Wer äußert, Homosexualität nicht zum Inhalt seines Lebens zu machen, kommt leicht in die Verlegenheit, als ein Fundamentalist, ein Homophober oder gar ein Faschist beschimpft zu werden. Als eine linksorientierte Partei fordern die Berliner Grünen die Einführung der Sexualkunde in die Kindertageseinrichtungen mit der Begründung, dass gegen Homophobie, Rassismus und Antisemitismus gearbeitet werden soll. Sie bezeichnen dabei alle Glaubensgemeinschaften als intolerant, „die in die Schranken verwiesen werden“ [27] müssen.
Auf dem Dresdner Kirchentag 2011 war der Stand der PBC ständig verbalen und nonverbalen Angriffen der jungen Grünen ausgesetzt, die unserer Familienpolitik Homophobie unterstellen.
In einer sächsischen Kleinstadt wurde ein christlich orientierter Sozialarbeiter von seinen linksautonomen Kolleginnen gemobbt, nachdem er abgelehnt hatte, die Gender-Philosophie den rechtsorientierten Jugendlichen nahezubringen, die er als Streetworker betreuen sollte.
Erste politische Abwehrreaktion aus der Schweiz
Die Verwaltungssprache im deutschsprachigen Raum wurde in der letzten Zeit durch Gender Mainstreaming zunehmend verändert. In der Schweiz wird statt „Mutter“ oder „Vater“ zukünftig nur noch „Elter“ [28] angeschrieben. Wie in noch keinem europäischen Land zuvor hat die schweizerische Bevölkerung es dennoch geschafft, eine „Petition gegen die Sexualisierung der Volksschule“ einzureichen. Die Petition fordert u. a. eine grundsätzliche Sexualerziehung nur durch die Eltern, das Verbot sexspielerischer und pornografischer Gegenstände in der schulisch-fakultativen Sexualkunde, sowie das Verbot der Beeinflussung der Sexualorientierung im Sexualkunde-Unterricht. Gender Mainstreaming wird zunächst in seiner unaufhaltsamen Machtentwicklung kurzfristig gestoppt. Es wurde stiller um das Gesetz. Doch die von ihm ausgehenden Gefahren sind noch nicht gebannt.
8. Fazit
Gender Mainstreaming lehnt christliches Werteverständnis ab. Umso verwunderlicher ist es, dass es von einer „christ-demokratischen“ Regierung als Machtinstrument eingeführt und genutzt wird. Es ist vor allem unverständlich, warum das Gesetz so schnell in Kraft treten konnte, ohne vorher von der damals amtierenden Bundesministerin für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit, von der Leyen, kritisch durchleuchtet zu werden. Gender Mainstreaming durfte offenbar anhand seiner Hintergründe gar nicht erst unbedenklich erscheinen – nicht aus der Sicht als Medizinerin, oder aus der Sicht als Volkswirtschaftlerin, und auch nicht aus der Sicht einer mehrfachen Mutter. Und aus der Sicht einer Christdemokratin?
Bleiben Erklärungen für so viele Fragen aus, machen sich Frust und Ärger breit, und der allgemeine Eindruck, dass Politik vertrauensunwürdig, ja käuflich ist. Die Gleichstellung, wie sie Gender Mainstreaming vorsieht, betrifft vor allem eine besser verdienende Bevölkerungsgruppe. Andere erreicht sie erst kaum.
In einem persönlichen Gespräch im Rahmen einer Konferenz im sächsischen Landtag erklärte der Politiker Steffen Flath (CDU-Fraktionsvorsitzender Sachsen), dass man als CDU Sachsen gegen das Gender-Projekt sei, es aber auf Grund der EU gesetzlich umsetzen muss.
Die Folgen der Gender-Philosophie weiten sich spürbar in anderen Gesetzgebungen aus. So schnell wie das Gender-Gesetz entstand, so wurde das Elterngeldgesetz über Nacht beschlossen, das arbeitende Väter und Mütter gegenüber arbeitslosen bevorzugt. Wenn die Gleichheit vor dem Gesetz von wichtiger Bedeutung ist, dann tritt hier eine eindeutige Ungleichbehandlung der Neugeborenen ein, die niemals imstande sind, sich ihre Eltern auszusuchen.
„Die Würde des Menschen ist unantastbar[...]“, „[...]und zwar nicht für irgend einen Menschen, sondern für jeden einzelnen[...]“, betonte die Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Dresdner Kirchentag: Die Würde der Kinder, die ein Recht darauf haben, ihre Sexualität natürlich und frei zu entfalten, die Würde der Eltern, deren Rechte immer mehr zugunsten einer karriereorientierten Elite abgeschnitten werden....
Um die geht es, die Würde eines Menschen, damit sie nicht durch eine scheinbare Antidiskriminierung unterdrückt wird. Solange ihr Schutz das wichtigste Argument des Grundgesetzes darstellt, besteht noch die Hoffnung, die Schäden Gender Mainstreamings begrenzen zu können, ehe es zu spät ist für die Zukunft Deutschlands.
Für zahlreiche Gespräche, die bei der Entstehung dieses Beitrags mitwirkten, bedankt sich die Autorin, besonders bei ihren Schwiegereltern, Ute und Jürgen Förster, für ihre ärztlichen Einschätzungen zum Thema Homo-, Trans- und Intersexualität, Charlotte Truxa und Ina Schloske für ihre Berichte über Erfahrungen als Leiterinnen von Kindertageseinrichtungen, und bei Dr. Martin Rechenauer für seine Darstellung philosophischer Ansätze, und seinen Vortrag über die Entscheidungstheorie.
Die Autorin Minh Hang Förster-Nguyen setzte sich in ausführlicher Recherche der Genderbewegung und den Auswirkungen auseinander. Der Artikel bringt in kurzer sachlicher Art die Fakten auf den Tisch.
Die Autorin ist gebürtige Vietnamesin und im Alter von 16 Jahren nach Deutschland gekommen. Sie hat eine abgeschlossene Lehrausbildung als Krankenschwester, das Abitur als Erwachsene gemacht und studierte Physikalische Technik - Medizintechnik. Zur Zeit besucht sie nebenberuflich einen Masterstudiengang an der TU Chemnitz. Sie ist verheiratet und Mutter zweier Kinder.
Aus Interesse beschäftigt sie sich immer wieder mit aktuellen sozialen und psychologischen Themen. Durch einen befreundeten Sozialarbeiter, welcher als bekennender Christ von zwei der politischen Linken zugeordneten Gendervertretern gemobbt wurde, ist sie auf die Brisanz dieses Themas aufmerksam geworden.
Die Autorin stellt es frei den Artikel zu kopieren, zu vervielfältigen und in andere Printmedien zu übernehmen. Sie bittet aber bei Übernahme in andere Printmedien um Mitteilung an: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. inklusive Zusendung eines Belegexemplars.
Quellennachweis:
[1] Grundgesetz für die BRD, I . Artikel 1(1)
[2] Gesetz zur Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern (2. Gleichberechtigungsgesetz, 2. GleiBG)
[3] www.gender-mainstreaming.net
[4] S. De Beauvoirs, „Mann kommt nicht als Frau auf die Weilt, man wird es“, Fachstelle Gender NRW, „Mischen is possible- Ein parcours zur Rollenvielfalt von Jungen und Mädchen- Begleitheft für Fachkräfte der Sozialarbeit, Lehrerinnen und Lehrer“, S.5, http://www.gendernrw.de/wDeutsch/material/Veroeffentlichungen/Praxisbroschuere/10_01_GP_Fachkraeftebroschuere_2.0.pdf
[5] http://queer-institut.de
[6] http://de.wikipedia.org/wiki/Gender-Mainstreaming
[7] T. Dräger, „Gender Mainstreaming im Kindergarten“, S. 30, Zeile 23-24
[8] T. Dräger, „Gender Mainstreaming im Kindergarten“, ibidem-Verlag, S. 30, Zeile 26, S. 31, Zeile 1-3, Meyer, D., Gender Mainstreaming als Zukunftsressourcen“, S.32-38
[9] http://de.wikipedia.org/wiki/Feminismus
[10] „Männerbewegung, Männerbewegung in der Bundesrepublik Deutschland“, Zeile 11, W. Müller, „Männerbilder“ u.a., http://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%A4nnerbewegung Gender Mainstreaming – Angriff auf die Familie 15/16
[11] www.feministisches-institut.de/kategorie/technologie
[12] V. Woltersdorf, „Queer Theory and Queer Politics“, http://www.gender-killer.de/wissen%20neu/texte%20queer%20woltersdorf.htm
[13] Handbuch Frauen- und Geschlechterforschung: Theorie, Methoden, Empirie, S.148, P.- I. Villa, „Dekonstruktivismus und genealogische Methode“, J. Butler, „The Gender Trouble“ („Das Unbehagen der Geschlechter“)
[14] M. Niroumand, TAZ, Kultur, „Wie im Phantomschmerz“, 12.06.1997, Zeile 15-23, www.thing.de/neid/butler.htm
[15] E. M. Spiro, „Gender und Gesellschaft“, Zeitschrift Bulletin, Heft 7, 9. Jahrgang, Ausgabe Frühjahr 2009, Nr. 17, herausgegeben vom Deutschen Institut für Jugend und Gesellschaft
[16] V. Zastrow, Gender-Politische Geschlechtsumwandlung, Manuscriptum 2006
[17] G. Mauz, „Halbwüchsige haben hier nichts zu suchen“, Zeitschrift „Der Spiegel“, Ausgabe 07.10.1974, http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-41667156.html
[18] A. Schwarzer, „Männerjustiz, wie vor 25 Jahren“, Zeitschrift „Emma, das politische Magazin der Frauen, Ausgabe 01/02 1977, http://www.emma.de/ressorts/artikel/recht/maennerjustiz/
[19] „Was ist Gender Mainstreaming“, Zeile 40-41, Zeile 22-23, http://www.gender-mainstreaming.net/gm/Wissensnetz/was-ist-gm,did=13986.html
[20] „Biology and sexual orientation“, http://en.wikipedia.org/wiki/Biology_and_sexual_orientation
[21] „Petition gegen die Sexualisierung der Volksschule“, „Zeit-Fragen, Wochenzeitung für freie Meinungsbildung, Ethik und Verantwortung“, http://www.zeit-fragen.ch/index.php?id=308
[22] www.genderkompetenz.info/genderkompetenz
[23] Bundesministerium für Justiz, Frauen, Jugend und Familien des Landes Schleswig Holstein , „Mehr Frauen in die Sprache – Leitfaden zur geschlechtergerechten Formulierung“ http://www.berlin.de/imperia/md/content/sen-frauen/sprache.pdf?start&ts=1188881015&file=sprache.pdf
[24] K. Mascher, „Jungen sind anders, Mädchen auch – Warum eine genderorientierte Pädagogik schadet und wir eine wirklich geschlechtergerechte Pädagogik brauchen.“, Zeitschrift Bulletin, Heft 7, 9. Jahrgang, Ausgabe Frühjahr 2009, Nr. 17, herausgegeben vom Deutschen Institut für Jugend und Gesellschaft
[25] Homepage „NPD Niederschlesien“, „Familienkompetenz statt Irrweg Gender Mainstreaming“, www.npd-loebau-zittau.de/?p=2235
[26] Homepage „Schweizer Krieger“, „Der SVP-Präsident Luzern-Land teilt Schwule unter anderem in die Kategorien «männliche Huren» und «Bubenschänder» ein. Das sorgt für Zündstoff.“ https://schweizerkrieger.wordpress.com/2011/03/26/luzerner-svp-attackiert-schwule/
[27] Homepage „Christliches Informationsforum“, „Berliner Grüne fordern Sexualkunde in Kitas und Diversity-Beauftragte in Schulen“ 19.12.08, http://www.medrum.de/content/berliner-gruene-fordern-sexualkunde-kitas-diversity-beauftragte-schulen
[28] Die Freie Welt – Das Internets- und Blogzeitung für die Zivilgesellschaft, „Schweiz: Abschaffung von Vater und Mutter“, www.freiewelt.net/nachricht-4522/schweiz%3Aabschaffung-von-vater-und-mutter.html
Als Mitglied der Europäischen Union unterzeichnete Deutschland den EU-Vertrag, der es zur Einhaltung der EU-Gesetzgebung verpflichtet. Im Zuge der Einführung des „Antidiskriminierungsgesetzes“ der Europäischen Union wird das deutsche Gleichberechtigungsgesetz, zwecks Anpassung zum Unions-Gesetz, im Jahr 2005 um Gender Mainstreaming erweitert [2]. Nur von einer kleinen Minderheit der Deutschen wahrgenommen, trat Gender Mainstreaming in Kraft und spaltet jetzt die gesellschaftlichen Meinungen in krasse Gegensätze.
Gender Mainstreaming verfügt über eine eigene Homepage, in der es sich als politische Hilfe für alle Frauen betreffenden Maßnahmen formuliert. Das in der Homepage stolz präsentierte Zeichen des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, auch BfSFJ genannt, ist dabei nicht zu übersehen [3].
1. Was ist Gender Mainstreaming?
Die Frauenförderung scheint das oberste Ziel zu sein, oder exakter ausgedrückt, die Förderung der Karriere der Frauen. Wer unter diesen Gesichtspunkten an Gender Mainstreaming herangeht, um sich näher damit zu beschäftigen, ertappt sich immer wieder bei der Frage, ob es wirklich so schlecht sei, wie seine Gegner behaupten. Lediglich versuche diese neu eingeführte Philosophie doch nur, nach all den Jahren der Frauenunterdrückungen die gesellschaftlichen Unterschiede zwischen Frauen und Männern noch genauer unter die Lupe zu nehmen, sie bloßzustellen oder zu beseitigen. Mit Gender Mainstreaming gäbe es gar keinen wesentlichen Unterschied zwischen Frauen und Männern mehr. Eine Gleichstellung zur Herstellung der absoluten Gleichberechtigung sei dadurch vollzogen.
Wenn es nur so einfach wäre. Gender, wie dieses englische Wort selbst ausdrückt, will genau diesen Unterschied nicht, der die Ungleichheit zwischen einer Frau und einem Mann ausmacht. Gender bedeutet in diesem Zusammenhang „das sozial anerzogene Geschlecht“. Demnach sei das biologisch angeborene Geschlechtsmerkmal nicht wirklich existent. Vielmehr fühle man sich als Frau oder Mann, weil die Tradition der patriarchalischen Gesellschaft einen dazu dränge [4]. Das Wort „Geschlecht“ drücke nichts weiter aus, als ein Produkt der gesellschaftlichen Definition, mit anderen Worten der Phantasie, und gehöre abgeschafft. Stattdessen wird „Gender“ als ein neues vorbildliches Wort eingeführt, das einen gesetzlichen Rahmen eröffnen sollte, in dem der neue freie Mensch imstande sei, sich sein Geschlecht auszusuchen. Mehr als das, Gender bedeute nicht nur Mann oder Frau, wie sie in der sogenannten „tradierten“ Gesellschaft bisher als normal angesehen werden, sondern umfasse noch weitere Geschlechter, die bisher fälschlicherweise als krank abgestempelt und diskriminiert werden, deren Normalität deshalb hergestellt werden müsste. Demnach gelten Homo-und Bisexuelle, sowie Trans-und Intersexuelle als Menschen mit eigenem Geschlecht, oder eigenem Gender [5].
Mainstreaming bedeutet übersetzt „Hauptstrom“, in den Gender eingebettet und gefördert wird. Es sollte mittels Einführung in die Gesetzgebung die gesamte Gesellschaft durchsetzen [6]. „Gender Mainstreaming“ lässt erahnen, dass sich hinter diesen Wörtern der Anspruch verbirgt, die gesellschaftliche Führung zu übernehmen: Gender soll längerfristig der Hauptstrom werden.
2. Die Gender-Ideologie
Die Gender-Gegner zeigen auf, dass Gender Mainstreaming aus dem Feminismus und der Schwulenbewegung heraus entstand. Dieser Zusammenhang ist kaum in den Publikationen der Gender-Befürworter wahrnehmbar. Den meisten Menschen erscheint diese Entstehungsgeschichte für eine Gesetzgebung derart absurd, dass sie beinahe ihre Glaubwürdigkeit verliert. Doch genau die Absurdität macht Gender Mainstreaming aus. Öffentlich versucht es, von der Querverbindung zu seinen feministischen und homosexuellen Interessengruppen abzulenken. Unter dem Grundsatz der Gleichheit verleugnet Gender Mainstreaming das biologische Geschlecht obendrein. Dadurch trägt es dazu bei, genau die Lebensweisen dieser Interessengruppen als erstrebenswert und förderungsbedürftig darzustellen.
Die Absurdität ist für jeden einzelnen Meinungsbildner verwirrend und kaum steigerungsfähig, indem Gender Mainstreaming in das Gleichberechtigungsgesetz mit all seinen diskriminierenden Ansätzen eingeht.
Der Feminismus
Den Gender-Befürwortern kann man entnehmen, dass Gender Mainstreaming das Ergebnis eines dreißigjährigen Lernprozesses und auf die Errungenschaft der feministischen Bewegung zurückzuführen sei. Die Pekinger Frauenkonferenz 1995, eine von der Vereinten Nation initiierte, und von Frauen-Nichtregierungs-Organisationen unterstützte Einrichtung, soll den gesellschaftlichen Durchbruch Genders besiegelt haben. Darin sind sich die Gegner wie Befürworter einig. Auf Anregung der feministisch ausgerichteten Frauen-Nichtregierungs-Organisationen verpflichteten sich die an der Konferenz teilnehmenden Staaten den „Maßnahmen zur Verbesserung der Lebenssituation der Frauen“ [7]. Der Begriff Gender wurde hier nicht erwähnt, wurde aber unmittelbar nach der Konferenz in den EU-Richtlinien für verbindlich erklärt. Im Beschluss vom Bundeskabinett (damals unter Gerhard Schröder) wurde Gender Mainstreaming am 23. Juni 1999 als „strukturiertes Leitprinzip“ anerkannt [8]. Es wurde unter der folgenden Schwarz-Rot-Regierung von der damaligen Bundesministerin für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit, Ursula von der Leyen, in die Gesetzgebung eingeführt.
Der Feminismus ist aus der linken Studentenbewegung der 60er Jahre heraus entstanden. Er gehört zur zweiten und dritten Welle der Frauenbewegung und ist im Gegensatz zur ersten von Machtbestrebungen der Frauen geprägt. Nachdem die gleichen Rechte zwischen Frauen und Männern in Bildungen, Ausbildungen und Berufsausübungen mit der ersten Welle erreicht wurden, sieht die zweite und dritte Welle ihre Hauptaufgabe darin, für eine gerechtere Verteilung der wirtschaftlich und gesellschaftlich wichtigen Positionen an die Frauen zu kämpfen [9]. Gerecht bedeutet eine Erhöhung des Frauenanteils in Leitungspositionen.
Parallel dazu bewirkt der Begriff Gender eine Einführung der Anerkennung von Homo-, Trans-und Intersexualität als eigene Geschlechtsidentität, die gleichberechtigt behandelt werden sollen. Auch sie müssten damit unterstützt und vor jeder gesellschaftlichen Diskriminierung geschützt werden, die ihre Existenz gefährdet.
Die Verbindung zwischen feministischer und Schwulenbewegung
Weder in den Gesetzestexten des Gender Mainstreamings, noch im seinem öffentlichen Internetsauftritt ist eine Zusammenarbeit zwischen feministischen Gruppen, Lesben-und Schwulenverbänden erkennbar. Dabei ist es bekannt, dass ein extremer Flügel der modernen Frauenbewegung aus lesbischen Feministen besteht, die mit aggressiven Parolen versuchen, ihre eigenen Interessen durchzusetzen, und zwar solche, die von denen heterosexuellen Frauen abweichen. In Deutschland wurde bereits Anfang der 60er Jahre eine Querverbindung zwischen der feministischen Bewegung, der profeministischen Männerbewegung und der Schwulenbewegung registriert [11].
Die Queer-Theorie als Grundlage der Gender-Ideologie
In seinen Machtbestrebungen bedient sich der Feminismus verschiedener Theorien, die die Handlungsbasis bereitet und gesellschaftlich wie politisch rechtfertigt. Unter anderem setzte sich die Queer-Theorie in den letzten zwanzig Jahren durch, und ebnete zugleich den Weg Gender Mainstreamings in die europäische Gesetzgebung. „Queer“ entstand vor den 90er Jahren als ein englisches Schimpfwort gegen alle vermeintlich unmoralischen menschlichen Lebensformen [10]. Das Wort wurde oft benutzt, um die sexuellen Randgruppen zu beleidigen. Um der gesellschaftlichen Diskriminierung standzuhalten, organisierten sich die Schwulen, Lesben, Trans-und Intersexuellen in den USA zur „Queer-Nation“, welche ihnen ein eigenes Selbstbewusstsein verlieh. Gleichzeitig demonstrierten sie nach außen hin, nicht nur über eine eigene Geschlechtsidentität, sondern über ein eigenes Geschlecht zu verfügen. Aus „Queer-Nation“ wurde „Queer-Politik“ mit der Queer-Theorie als Grundlage.
Die Queer-Theorie entstand in der Zeit, in der die Öffentlichkeit auf die Probleme der schwulen und lesbischen AIDS-Kranken in den Staaten, damals unter Reagan, aufmerksam gemacht wurde [12]. Eine Erklärung dafür, warum die Theorie mit einer hohen Toleranz in die US-Gesellschaft aufgenommen wurde, liegt auf der Hand. Nach dem Ausbruch der Krankheit wurden die Erkrankten von der Reagan-Regierung allein gelassen. Ihre rapide soziale Entgleisung folgte der mangelhaften Eigenversicherung [12] und rief viel Mitgefühl hervor, was die Toleranzschwelle für „Queers“ und ihre Interessenrechtfertigung erhöhte. Die Queer-Theorie fand bei vielen Menschen Zustimmung.
In der Queer-Theorie gilt die Tatsache, ein Mann oder eine Frau zu sein, schlicht und einfach als eine gesellschaftliche Konstruktion [12]. Nach Judith Butler, der Philosophin und bekannten Autorin der Theorie im deutschsprachigen Raum, unterliege das menschliche Geschlecht einer von der Gesellschaft festgelegten Matrix zwischen dem angeborenen Geschlecht (Sex), dem persönlich anfühlenden Geschlecht (Gender) und dem eigenen Begehren. Die Matrix gelte zu dekonstruieren, mit dem von Butler verfassten „Dekonstruktivismus-Ansatz“ [13], der später in Gender Mainstreaming verankert wurde.
Butler selbst ist auf ihren Portraitbildern, die im Internet zu finden sind, abwechselnd als Frau oder Mann erkennbar. Ihr Auftritt in der Berliner Bibliothek im Jahr 1997 wurde von der TAZ stark kritisiert. Erschreckend war dabei ihr Denkansatz, die gefühlsbezogene Liebe völlig als entmaterialisiert zu betrachten. Damit suggerierte sie den Zuhörern, Inzest als eine nachvollziehbare, moralisch gar vertretbare Form zu akzeptieren. Eine Inzesthandlung destabilisiere notwendigerweise in der modernen Gesellschaft die Familie, sei diese doch bloß eine vom Vatikan auf die Menschheit auferlegte Struktur. Die Norm sei längst die schwule Familie. Ihre Liebe gelte den „todgeweihten AIDS-Kranken“-Homosexuellen. Für Butler sei AIDS nichts weiter als eine „sozial verhängte Strafe“ [14].
3. Vorläufe des Gender Mainstreamings: zwei Beispiele
Erfahrung in der Kibbuzbewegung
Gender Mainstreaming ist kein Ergebnis eines dreißig jahrelangen Lernprozesses. Die Tatsache, dass es keine neu gewonnene menschliche Erkenntnis ist, ist so wahr wie die Existenz soziologischer und psycho-medizinischer Experimente vor Gender. So begleitete der Kulturanthropologe und Psychoanalytiker Melford Elliot Spiro die Kibbuzbewegung der jüdischen Feministinnen von 1951 bis in die 70er Jahre. Seiner Veröffentlichung kann entnommen werden, wie konsequent die soziale Geschlechterdekonstruktion von Kibbuzgründerinnen in der Anfangszeit durchgeführt wurden. Um das Arbeitsleben der Frauen zu unterstützen, die kriegsbedingt mehr oder weniger Männerberufe ergreifen mussten, wurden die Kinder gleich nach der Geburt in die Kinderheime gebracht. Die Eltern durften die Kinder in geregelten Zeiten besuchen und nach Hause mitnehmen, bis sie am Abend zum Schlafen wieder in die Heime zurückgegeben wurden. Nach und nach stellte sich ein allgemeines Verhalten der Frauen ein, die zunehmend die Männerarbeiten zugunsten der Frauenarbeiten aufgaben, um mehr Zeit für ihre Kinder zu finden. In den 70er Jahren kam es durch die Generation der Töchter zur Gegenbewegung, die Stück für Stück das Heimschlafen der Kinder abschafften und die Kinder zurück in das Familienleben einführten. Die Erfolge der Gegenbewegung überraschten Spiro positiv, als die Mütter und Kibbuzgründerinnen sich über das Familienleben ihrer Kinder und Enkelkinder freuten. Mitunter wurde das Eifersuchtsverhalten der Mütter gegenüber den Töchtern beobachtet, die ihr Mutterdasein an den Enkelkindern nachholten [15].
Ein Unfall: Der John-Fall
Ein operativ durchgeführter Dekonstruktionsversuch sollte den Beweis für Gender zwischen den 60er und 70er Jahren liefern. Seine fatalen Folgen gingen unter dem „John-Fall“ in die Geschichte ein. Im Babyalter wurden die eineiigen Zwillingsbrüder Bruce und Brian Reimer aus kanadischem Winnipeg beschnitten. Von Bruce wurde der Penis dabei gravierend verletzt, so dass er abfiel. Seine Eltern suchten Rat bei dem Psychiater John Money aus Baltimore, der während dieser Zeit mittels moderner Medien weltweit für die Gendertheorie warb. Money beschloss daraufhin, Bruce zur Frau umoperieren zulassen, indem aus den restlichen Hautpartien des verbliebenen Geschlechtsorgans Schamlippen geformt wurden. Weiterhin konstruierte er eine neue Identität für das geschaffene Mädchen, das fortan nicht mehr Bruce, sondern Brenda heißen sollte. Seine Eltern, sein Bruder sowie sämtliche soziale Umgebung sollten in diese Lüge involviert werden. Dabei wurde der wachsende emotionale wie soziale Konflikt Bruces, der sich nie als Mädchen gefühlt hatte, ignoriert. Den Tatsachen, dass er sich während der Pubertät zu den Mädchen hingezogen fühlte, wie dass sein Stimmbruch trotz zahlreicher Hormonbehandlungen zum Vorschein kam, ordnete Money eine lesbische Neigung zu. Als Bruce erfuhr, dass er nicht als Mädchen zur Welt gekommen war, ließ er sich noch einmal umoperieren und startete eine Gegenhormonbehandlung. Bruce nannte sich selbst David, wie er sich im Kampf eines kleinen Menschen gegen einen Riesen sah [16].
John Money wurde schon in den 70er Jahren als Psychiater in Baltimore abgesetzt. Seine Anhänger und Gender-Befürworter feierten weiterhin sein Experiment als wissenschaftlichen Erfolg. Bis sich David Reimer 2004 selbst erschoss, nach dem Tod seines Zwillingsbruders und der Scheidung von seiner eigenen Frau [16].
4. Interessengruppen hinter Gender Mainstreaming
Das Ergebnis erfolgreicher Lobbyarbeit bisexueller Feministinnen
In seiner Publikation „Gender Mainstreaming – Politische Geschlechtsumwandlung“ stellt der Journalist Volker Zastrow der FAZ klar, wie die gesetzliche Einführung des Gender-Mainstreamings auf jahrelanges Wirken der deutschen Europa-Abgeordneten Lissy Gröner und Barbara Helferich zurückzuführen sei. Gröner, die zum Mitglied des Gleichstellungsauschusses berufen wurde, hat mit ihrem geschiedenen Mann zwei gemeinsame Kinder, und ist seit 2005 mit ihrer langjährigen Lebensgefährtin verheiratet [17]. Helferich, die zu den Grünen gute Kontakte unterhält, soll ebenfalls „in wechselnder Begleitung“ [16] in der Öffentlichkeit aufgetreten sein. Zastrow sieht Gründe für die erfolgreiche Lobbyarbeit der beiden Europa-Parlamentarierinnen. Er führt u. a. eine statistisch begründete Analyse über die Lebenssituation der Lesben aus, die es im Vergleich zu den Schwulen in ihren beruflichen Werdegängen viel schwerer haben, und sozial öfter gemieden werden. Diese Interessengruppe hofft auf eine Verbesserung ihrer sozialen Lage durch das Gender-Gesetz. Weiterhin sieht der europäische Staat, mit Deutschland als Mitglied, den Nutzen des Gesetzes darin, mehr Frauen auf den Arbeitsmarkt zu bringen. Für den Staat als solchen stellen die Hausfrauen und halbtagstätigen Mütter, so wie Zastrow beschreibt, ein ungenutztes Arbeitspotential dar [16].
Das sexuelle Interesse hinter der Gleichstellungspolitik
Als ein großer Befürworter des Gender Mainstreamings zeigt sich in Deutschland die Herausgeberin der Zeitschrift „Emma“ Alice Schwarzer. „Emma“ prägte Deutschland im Kampf für die Gleichberechtigung der Frauen. Nach Zastrow verfolgt die Zeitschrift ehrgeizig und ausdauernd mehrere Ziele: die Bekämpfung des patriarchalischen Verhaltens, die Machtbestrebung der Frauen, und nicht zuletzt, die gesellschaftliche Akzeptanz gegenüber Homosexualität im großen Maße. Die Zeitschrift, die sich selbst gern als gerecht und fortschrittlich sieht, entstand 1974 zunächst in Form der Flugblätter, die gegen den Itzehoer Prozess eingesetzt wurden. Der Prozess verurteilte das lesbische Paar Judy Andersen und Marion Inns nach ihrem Mordkomplott gegen Inns Ehemann zu lebenslänglicher Freiheitsstrafe. Öffentlich stieß die Handlungsweise der Richter, die von dem vorgelegten psychologischen Gutachten gestützt war, oftmals auf Unverständnis. Hierin wurde den homosexuellen Triebtätern die vollständige Schuldfähigkeit wie bei heterosexuellen bescheinigt [17]. Alice Schwarzer, die damals den Flugblattaufsatz verfasste, behauptete Jahre später immer noch im Itzehoer Prozess eine Abrechnung der Männergesellschaft mit der Frauenliebe [18], mit der „neuen Zärtlichkeit“, so wie sie dieses Wort für die weibliche Homosexualität einführte [16].
Schwarzers „neue Zärtlichkeit“ war folgenreich. Mit ihr trat eine medienwirksame Unterstützung lesbischer Lebensweise auf, die mit einer gewissen Begeisterung verknüpft war. Schließlich wurde zum ersten Mal in der Nachkriegszeit über das bislang tabuisierte Phänomen der Frauenliebe offen gesprochen. Die begeisterte Stimmung ließ die lesbischen Feministinnen in ihrem Geschlechterkampf gerecht erscheinen. Dabei wurde oft übersehen, dass die „neue Zärtlichkeit“ die homosexuelle Triebtat verharmloste, und die richterliche Handlung faktisch unbegründet als Diskriminierung darstellte. Die Frage bleibt, was sich hinter den polemisch aufgearbeiteten Argumenten verbirgt, pure Naivität oder zielgerichtetes Handeln?
Geht man heute von einer gelungenen Strategie aus, muss man erschrocken feststellen, dass sie bereits in allen Lebensbereichen der Gesellschaft verankert ist. Mit ihrer vorgeschobenen Opferrolle sorgten die lesbischen Feministinnen für die gesellschaftliche Toleranz ihrer homosexuellen Lebensweise. Wird sie erst von der humanitär geprägten Gesellschaft allgemein toleriert, werden Forderungen gestellt, die Homosexualität zur Norm, genauso zur Vorbildfunktion zu erheben. Ihre Erfolge schlagen sich im Gender-Gesetz nieder, das offensichtlich nicht nur die Gleichberechtigung vertritt, sondern das dahinter verborgene homosexuelle Interesse, oder anders gesehen, das Machtinteresse homosexueller Gruppierungen. Gleichstellung ist das neue Machtwort, das sich völlig offene rechtliche Interpretationsmöglichkeiten vorbehält.
5. Gender Mainstreaming wirkt zerstörend in das Deutsche Grundgesetz
Die Karriereförderung auf Kosten der Familie
Die EU-Mitteilung der Kommission zur „Einbindung der Chancengleichheit in sämtliche politische Konzepte und Maßnahmen der Gemeinschaft" (COM(96)67 endg) „soll einen wichtigen Bestandteil Gender Mainstreamings liefern“ [19]. „Chancengleichheit“ bedeutet jedoch lediglich die Förderung der Karriere. Die Frauen und Männer sollen in ihrer Karriere unter Berücksichtigung der familiären Belastung Leitungspositionen erlangen, ebenso andere Geschlechtertypen, die nicht den „Stereotypen“ Mann oder Frau angehören. Sie sollen dazu angeregt werden, selbst wenn sie vor den Leitungsaufgaben zurückschrecken. Hierzu soll ein betreuender Mentor ihnen zur Seite stehen. Fraglich ist dabei, wie weit und mit welchen psychologischen Mitteln der Mentor in die interne Familien-und Partnerschaftsangelegenheit eingreifen darf. Mit Gender Mainstreaming erscheinen die Bedürfnisse der Ehepartner und Kinder nicht existent, ebenso wenig wie die Bedürfnisse der Frauen und Männer, die ihren Lebensinhalt im Dasein für die Familie gefunden haben. Gender Mainstreaming unterwandert damit den Artikel 6 des deutschen Grundgesetzes, das besagt, dass die Familie das höchste Gut der Gesellschaft ist, das zu schützen gilt. Dem zum Trotz soll nach dem Gender-Gesetz die Kindererziehung zugunsten der Karriereförderung von geringerer Bedeutung sein.
Die Verstärkung potentieller Diskriminierungen
Gender Mainstreaming soll die per Gesetz festgelegte Gleichbehandlung gegen Diskriminierung aller Arten durchsetzen. Dabei ist es nicht zu leugnen, dass die menschliche Psyche immer wieder dazu neigt, alles, was ihr fremd erscheint, abzulehnen oder abzuwerten. Ähnlich wie ein latenter Rassismus in der Gesellschaft vorhanden ist, ist ein latenter Sexismus gegenüber weiblichen und homosexuellen Kollegen am Arbeitsplatz nicht immer vermeidbar, und tritt gelegentlich unter gewissen Umständen auf. Um dieses Problem in den Griff zu bekommen, sollte das Verständnis für Toleranz möglichst in der Kindheit vermittelt werden, was mit Genders karriereorientiertem Elternhausmodell schwer realisierbar ist. Gender zwingt die Menschen dazu, das fremde Gegenüber ohne Rücksichtnahme auf vorhandene Kompetenzen als vollwertig zu akzeptieren. Das Gesetz erzeugt verstärkt dadurch eine ablehnende Haltung gegen die Diskriminierten. Als Folge kann leicht eine versteckte Diskriminierung eintreten, die schwer nachvollziehbar und in ihrer Intensität kaum kontrollierbar ist.
Es ist nicht zu übersehen, wie schnell alleinerziehende Mütter oder Väter bei der Arbeitssuche auf den unteren Plätzen der Bewerberliste landen. Ein Unternehmen, das in erster Linie die Aufgabe hat, Gewinne zu erwirtschaften, muss zwangsläufig erhöhte Risiken bei der Einstellung alleinerziehender Mitarbeiter einkalkulieren. Mit Gender ist diese Situation nicht aus der Welt geschafft. Praktische, finanzielle Zuschüsse seitens des Staates wären schon hilfreicher.
Die Förderung einer selbstbefriedigenden Gesellschaft
Die von Sigmund Freud beschriebene These über Bisexualität, die bei allen Menschen existiert, wird von den Gender-Befürwortern gern zum Untermauern ihrer Argumente verwendet. Im Gender Mainstreaming spiegelt sich diese These in einem Satz wieder, der die Grundlagen des Gesetzes festlegt: „[...]Niemand ist nur männlich oder nur weiblich, aber wir leben in einer Welt, die maßgeblich durch die Zuweisung von Geschlechterrollen geprägt ist[...]“ [19]. Dieser Grundsatz begründet die Salonfähigkeit der abnormalen sexuellen Lebensweisen. Er eröffnet eine Scheinwirklichkeit für viele Menschen, die sich gleichzeitig als Mann oder Frau fühlen sollten.
Rein biologisch betrachtet hat die Sexualität die wichtige Funktion der Fortpflanzung. Wie alle im Menschen angelegten Grundbedürfnisse verfügt sie über gute wie und schlechte Seiten. Mit Gender Mainstreaming soll es in der Gesellschaft zweigeschlechtliche Menschen geben. Leben sie beide sexuelle Neigungen aus, wird die Sexualität nicht mehr von der Verantwortung eines einzelnen Partners geschützt. Sie dient allein und einzig der Selbstbefriedigung. Solche Gesellschaftsmodelle mit dominant selbstbefriedigendem Charakter gab es in der Geschichte. Das römische Reich, als ein prominenter Vertreter davon, zerfiel an „seiner inneren Fäulnis“.
Die bewusste Diskriminierung
Mit der Verleugnung der biologischen Geschlechter diskriminiert Gender Mainstreaming obendrein die Heterosexuellen, indem ihre Geschlechtsidentität und ihre damit verbundene Persönlichkeit verleugnet, oder für minderwertig erklärt wird.
Es gibt medizinische wie psychologischen Studien, die besagen, dass Homosexualität sowohl pathologisch ausgelöst, oder anerzogen, als auch geheilt werden kann [20]. Ebenfalls berichten geheilte ehemalige Homosexuelle authentisch über ihre Leidenswege. Mit dem Gender-Gesetz werden genau die Abnormalitäten als Norm definiert. Der Staat zieht sich somit vor der Verantwortung zurück, an Heilungsprozessen der Betroffenen mitzuwirken, die den Wunsch verspüren, wieder den normalen sexuellen Neigungen nachzugehen.
Der Eingriff in die sexuelle Orientierung der Kinder
Gender Mainstreaming soll auf allen Verwaltungsebenen, in allen Gesellschaftsschichten, in das gesamte Schulwesen, querdurch in alle sozialpädagogischen Einrichtungen implementiert werden. Die ehrgeizigen Ziele enthalten nicht nur die Verständnisaufklärung für das eigene oder andere Geschlecht. Sowie das Logo Gender Mainstreamings gleichzeitig den weiblichen und männlichen Charakter zeigt, werden die Kinder und Jugendlichen dazu animiert, beide Geschlechterrollen auszuprobieren. Ihnen soll außerdem ab dem vierten Lebensjahr die Sexualkunde vermittelt werden. Eine Frage bleibt dabei unbeantwortet, was das mit Gleichberechtigung zu tun hat. Als Beobachter wird man den faden Beigeschmack nicht los, dass die gesamten Erziehungsmaßnahmen darauf abzielen, aus den Kindern zweigeschlechtliche Menschen für die Zukunft zu konstruieren, die den Bedürfnissen der Menschen mit sexueller Abnormalität zur Verfügung stehen sollen. Im schlimmsten Fall werden sie durch die zeitige Sexualisierung leichte Beute für Pädophile.
Hier kann leider nicht mehr ausgeschlossen werden, dass Gender Mainstreaming die Legalisierung der Pädophilie beabsichtigt, geht es doch immer wieder von der Entmaterialisierung der Geschlechterbeziehungen aus, welche jegliche moralische Grenzen versucht zu sprengen. Dieser Fall tritt ein, wenn das Gesetz den Pädophilen ein eigenes Geschlecht, oder eigenes Gender zuweist.
6. Die Methoden der Gender-Akteure
Die sprachliche Verwirrung
Zastrow bezeichnet Gender Mainstreaming als eine Mischung aus Zielstrebigkeit und Ignoranz [16]. Gender setzt sich über die realen Bedürfnisse der Menschen hinweg, um die Politik seiner Interessengruppen umzusetzen. Ausgehend von dem Ansatz, dass die Sprache über die Macht verfügt, die Realität zu beeinflussen, wird sie entsprechend den Vorgaben der Gender-Akteure verändert. Einfache, geschlechterspezifische Wörter wie „Mann“ oder „Frau“ werden zu Stereotypen erklärt, die negativ behaftet sind. In der neuen, so genannten „geschlechtersensiblen Sprache“ [22] sollen die Wörter entweder verstärkt feminin erscheinen, oder völlig neutral gehalten werden. So wird aus Geschlecht Gender. Aus der Präsidentin oder dem Präsident wird das Präsidium, aus der Beamtin oder dem Beamten die Beamtenschaft [23]. „Tochter“ oder „Sohn“ werden nicht mehr benannt, sondern „Nachkommen“ [16]. Englische Wörter wie Diversity, Queerversity werden eingeführt, um die abnormalen sexuellen Lebensweisen zu bezeichnen. Wörter mit aburteilendem Charakter werden verwendet, wie Homophobie oder Genderblindheit. Die Intoleranz Gender Mainstreamings gegenüber anders Denkenden zeigt sich darin, dass es sie als krank abstempelt. Das Recht auf freie Meinungsäußerung wird hiermit unterbunden.
Das Kadersystem und die Verunsicherungspädagogik
Die Gender-Akteure sprechen bei der ihrer Einführungsarbeit vom Top-Down-Prinzip. Gender Mainstreaming soll in einem Kadersystem von oben bis unten weisungsgebunden verbreitet und kontrolliert werden. Dies soll auf allen verwaltungsrechtlichen Ebenen geschehen. Jede Organisation, Einrichtung, Institution soll ihm verpflichtet sein. Eine „Verunsicherungspädagogik“ [24] mit vorwiegend manipulierendem Charakter wird zu diesem Zweck im großen Stil vermittelt, die sich als eine Art Dienstleistung für fachliche Kompetenzen verkauft, und nicht wenig abgegolten wird, aus staatlichen wie aus privaten Kassen.
7. Aktuelle sozialpolitische Auswirkungen
Die Verschleierung des wahren Hintergrundes
Die von den Gender-Akteuren bewusst eingesetzte Verunsicherungspädagogik [24] scheint erfolgreich zu sein. Aus Erfahrung kann berichtet werden, dass viele Menschen, die sich mit der Autorin unterhielten, noch nie von Gender Mainstreaming gehört hatten, oder nur vage wahrnahmen, was Gender ist. Dies geschah unabhängig vom Bildungsniveau. Andere wiederum, die über Kenntnisse Gender Mainstreamings verfügen, erzählten über ihren Eindruck, von dem Volker Zastrow bereits berichtete, dass etwas Seltsames an dem Gesetz vernommen werden kann, etwas Unerklärliches.
Wahrscheinlich konnte Gender Mainstreaming genau dadurch ohne großes Aufsehen in die Gesetzgebung eingehen, weil den meisten Menschen Möglichkeiten vorenthalten wurden, sich sachlich mit der Thematik Gender auseinanderzusetzen. Dies würde die Frage beantworten, warum die Hilferufe der Gender-Gegner immer wieder ins Leere laufen, und die Gender-Akteure weiterhin in ihrer Ignoranz ausharren können.
Gender Mainstreaming ist gesellschaftlicher Zündstoff
Kurioserweise scheinen die extremen Autonomenszenen Europas die komplexe Thematik besser zu verstehen als die große öffentliche Mehrheit. So liefern sich Links-und Rechtsautonome gegenseitig regelmäßig Schlammschlachten im Bezug auf Gender. Die NPD schreibt auf ihre Fahne, Gender Mainstreaming für eine gesunde Familienpolitik abzuschaffen [25] und buhlt damit um Wählergunst. Die Schweizerische Volkspartei hetzt gegen „die männlichen Huren und die unter keinem Titel akzeptierbaren Bubenschänder“ [26]. Einmal mehr wird die Persönlichkeit Homosexueller in den Dreck gezogen. Der Demokratie ist ein Bärendienst getan.
Von Gender Mainstreaming in ihrem Selbstbewusstsein gestärkt, gehen homosexuelle Gruppierungen Hand in Hand mit den Linksautonomen nicht weniger aggressiv vor, gegen alle, die Abstand von der homosexuellen Lebensweise halten. Wer äußert, Homosexualität nicht zum Inhalt seines Lebens zu machen, kommt leicht in die Verlegenheit, als ein Fundamentalist, ein Homophober oder gar ein Faschist beschimpft zu werden. Als eine linksorientierte Partei fordern die Berliner Grünen die Einführung der Sexualkunde in die Kindertageseinrichtungen mit der Begründung, dass gegen Homophobie, Rassismus und Antisemitismus gearbeitet werden soll. Sie bezeichnen dabei alle Glaubensgemeinschaften als intolerant, „die in die Schranken verwiesen werden“ [27] müssen.
Auf dem Dresdner Kirchentag 2011 war der Stand der PBC ständig verbalen und nonverbalen Angriffen der jungen Grünen ausgesetzt, die unserer Familienpolitik Homophobie unterstellen.
In einer sächsischen Kleinstadt wurde ein christlich orientierter Sozialarbeiter von seinen linksautonomen Kolleginnen gemobbt, nachdem er abgelehnt hatte, die Gender-Philosophie den rechtsorientierten Jugendlichen nahezubringen, die er als Streetworker betreuen sollte.
Erste politische Abwehrreaktion aus der Schweiz
Die Verwaltungssprache im deutschsprachigen Raum wurde in der letzten Zeit durch Gender Mainstreaming zunehmend verändert. In der Schweiz wird statt „Mutter“ oder „Vater“ zukünftig nur noch „Elter“ [28] angeschrieben. Wie in noch keinem europäischen Land zuvor hat die schweizerische Bevölkerung es dennoch geschafft, eine „Petition gegen die Sexualisierung der Volksschule“ einzureichen. Die Petition fordert u. a. eine grundsätzliche Sexualerziehung nur durch die Eltern, das Verbot sexspielerischer und pornografischer Gegenstände in der schulisch-fakultativen Sexualkunde, sowie das Verbot der Beeinflussung der Sexualorientierung im Sexualkunde-Unterricht. Gender Mainstreaming wird zunächst in seiner unaufhaltsamen Machtentwicklung kurzfristig gestoppt. Es wurde stiller um das Gesetz. Doch die von ihm ausgehenden Gefahren sind noch nicht gebannt.
8. Fazit
Gender Mainstreaming lehnt christliches Werteverständnis ab. Umso verwunderlicher ist es, dass es von einer „christ-demokratischen“ Regierung als Machtinstrument eingeführt und genutzt wird. Es ist vor allem unverständlich, warum das Gesetz so schnell in Kraft treten konnte, ohne vorher von der damals amtierenden Bundesministerin für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit, von der Leyen, kritisch durchleuchtet zu werden. Gender Mainstreaming durfte offenbar anhand seiner Hintergründe gar nicht erst unbedenklich erscheinen – nicht aus der Sicht als Medizinerin, oder aus der Sicht als Volkswirtschaftlerin, und auch nicht aus der Sicht einer mehrfachen Mutter. Und aus der Sicht einer Christdemokratin?
Bleiben Erklärungen für so viele Fragen aus, machen sich Frust und Ärger breit, und der allgemeine Eindruck, dass Politik vertrauensunwürdig, ja käuflich ist. Die Gleichstellung, wie sie Gender Mainstreaming vorsieht, betrifft vor allem eine besser verdienende Bevölkerungsgruppe. Andere erreicht sie erst kaum.
In einem persönlichen Gespräch im Rahmen einer Konferenz im sächsischen Landtag erklärte der Politiker Steffen Flath (CDU-Fraktionsvorsitzender Sachsen), dass man als CDU Sachsen gegen das Gender-Projekt sei, es aber auf Grund der EU gesetzlich umsetzen muss.
Die Folgen der Gender-Philosophie weiten sich spürbar in anderen Gesetzgebungen aus. So schnell wie das Gender-Gesetz entstand, so wurde das Elterngeldgesetz über Nacht beschlossen, das arbeitende Väter und Mütter gegenüber arbeitslosen bevorzugt. Wenn die Gleichheit vor dem Gesetz von wichtiger Bedeutung ist, dann tritt hier eine eindeutige Ungleichbehandlung der Neugeborenen ein, die niemals imstande sind, sich ihre Eltern auszusuchen.
„Die Würde des Menschen ist unantastbar[...]“, „[...]und zwar nicht für irgend einen Menschen, sondern für jeden einzelnen[...]“, betonte die Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Dresdner Kirchentag: Die Würde der Kinder, die ein Recht darauf haben, ihre Sexualität natürlich und frei zu entfalten, die Würde der Eltern, deren Rechte immer mehr zugunsten einer karriereorientierten Elite abgeschnitten werden....
Um die geht es, die Würde eines Menschen, damit sie nicht durch eine scheinbare Antidiskriminierung unterdrückt wird. Solange ihr Schutz das wichtigste Argument des Grundgesetzes darstellt, besteht noch die Hoffnung, die Schäden Gender Mainstreamings begrenzen zu können, ehe es zu spät ist für die Zukunft Deutschlands.
Für zahlreiche Gespräche, die bei der Entstehung dieses Beitrags mitwirkten, bedankt sich die Autorin, besonders bei ihren Schwiegereltern, Ute und Jürgen Förster, für ihre ärztlichen Einschätzungen zum Thema Homo-, Trans- und Intersexualität, Charlotte Truxa und Ina Schloske für ihre Berichte über Erfahrungen als Leiterinnen von Kindertageseinrichtungen, und bei Dr. Martin Rechenauer für seine Darstellung philosophischer Ansätze, und seinen Vortrag über die Entscheidungstheorie.
| Minh Hang Förster-Nguyen, Mittweida |
Die Autorin ist gebürtige Vietnamesin und im Alter von 16 Jahren nach Deutschland gekommen. Sie hat eine abgeschlossene Lehrausbildung als Krankenschwester, das Abitur als Erwachsene gemacht und studierte Physikalische Technik - Medizintechnik. Zur Zeit besucht sie nebenberuflich einen Masterstudiengang an der TU Chemnitz. Sie ist verheiratet und Mutter zweier Kinder.
Aus Interesse beschäftigt sie sich immer wieder mit aktuellen sozialen und psychologischen Themen. Durch einen befreundeten Sozialarbeiter, welcher als bekennender Christ von zwei der politischen Linken zugeordneten Gendervertretern gemobbt wurde, ist sie auf die Brisanz dieses Themas aufmerksam geworden.
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Quellennachweis:
[1] Grundgesetz für die BRD, I . Artikel 1(1)
[2] Gesetz zur Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern (2. Gleichberechtigungsgesetz, 2. GleiBG)
[3] www.gender-mainstreaming.net
[4] S. De Beauvoirs, „Mann kommt nicht als Frau auf die Weilt, man wird es“, Fachstelle Gender NRW, „Mischen is possible- Ein parcours zur Rollenvielfalt von Jungen und Mädchen- Begleitheft für Fachkräfte der Sozialarbeit, Lehrerinnen und Lehrer“, S.5, http://www.gendernrw.de/wDeutsch/material/Veroeffentlichungen/Praxisbroschuere/10_01_GP_Fachkraeftebroschuere_2.0.pdf
[5] http://queer-institut.de
[6] http://de.wikipedia.org/wiki/Gender-Mainstreaming
[7] T. Dräger, „Gender Mainstreaming im Kindergarten“, S. 30, Zeile 23-24
[8] T. Dräger, „Gender Mainstreaming im Kindergarten“, ibidem-Verlag, S. 30, Zeile 26, S. 31, Zeile 1-3, Meyer, D., Gender Mainstreaming als Zukunftsressourcen“, S.32-38
[9] http://de.wikipedia.org/wiki/Feminismus
[10] „Männerbewegung, Männerbewegung in der Bundesrepublik Deutschland“, Zeile 11, W. Müller, „Männerbilder“ u.a., http://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%A4nnerbewegung Gender Mainstreaming – Angriff auf die Familie 15/16
[11] www.feministisches-institut.de/kategorie/technologie
[12] V. Woltersdorf, „Queer Theory and Queer Politics“, http://www.gender-killer.de/wissen%20neu/texte%20queer%20woltersdorf.htm
[13] Handbuch Frauen- und Geschlechterforschung: Theorie, Methoden, Empirie, S.148, P.- I. Villa, „Dekonstruktivismus und genealogische Methode“, J. Butler, „The Gender Trouble“ („Das Unbehagen der Geschlechter“)
[14] M. Niroumand, TAZ, Kultur, „Wie im Phantomschmerz“, 12.06.1997, Zeile 15-23, www.thing.de/neid/butler.htm
[15] E. M. Spiro, „Gender und Gesellschaft“, Zeitschrift Bulletin, Heft 7, 9. Jahrgang, Ausgabe Frühjahr 2009, Nr. 17, herausgegeben vom Deutschen Institut für Jugend und Gesellschaft
[16] V. Zastrow, Gender-Politische Geschlechtsumwandlung, Manuscriptum 2006
[17] G. Mauz, „Halbwüchsige haben hier nichts zu suchen“, Zeitschrift „Der Spiegel“, Ausgabe 07.10.1974, http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-41667156.html
[18] A. Schwarzer, „Männerjustiz, wie vor 25 Jahren“, Zeitschrift „Emma, das politische Magazin der Frauen, Ausgabe 01/02 1977, http://www.emma.de/ressorts/artikel/recht/maennerjustiz/
[19] „Was ist Gender Mainstreaming“, Zeile 40-41, Zeile 22-23, http://www.gender-mainstreaming.net/gm/Wissensnetz/was-ist-gm,did=13986.html
[20] „Biology and sexual orientation“, http://en.wikipedia.org/wiki/Biology_and_sexual_orientation
[21] „Petition gegen die Sexualisierung der Volksschule“, „Zeit-Fragen, Wochenzeitung für freie Meinungsbildung, Ethik und Verantwortung“, http://www.zeit-fragen.ch/index.php?id=308
[22] www.genderkompetenz.info/genderkompetenz
[23] Bundesministerium für Justiz, Frauen, Jugend und Familien des Landes Schleswig Holstein , „Mehr Frauen in die Sprache – Leitfaden zur geschlechtergerechten Formulierung“ http://www.berlin.de/imperia/md/content/sen-frauen/sprache.pdf?start&ts=1188881015&file=sprache.pdf
[24] K. Mascher, „Jungen sind anders, Mädchen auch – Warum eine genderorientierte Pädagogik schadet und wir eine wirklich geschlechtergerechte Pädagogik brauchen.“, Zeitschrift Bulletin, Heft 7, 9. Jahrgang, Ausgabe Frühjahr 2009, Nr. 17, herausgegeben vom Deutschen Institut für Jugend und Gesellschaft
[25] Homepage „NPD Niederschlesien“, „Familienkompetenz statt Irrweg Gender Mainstreaming“, www.npd-loebau-zittau.de/?p=2235
[26] Homepage „Schweizer Krieger“, „Der SVP-Präsident Luzern-Land teilt Schwule unter anderem in die Kategorien «männliche Huren» und «Bubenschänder» ein. Das sorgt für Zündstoff.“ https://schweizerkrieger.wordpress.com/2011/03/26/luzerner-svp-attackiert-schwule/
[27] Homepage „Christliches Informationsforum“, „Berliner Grüne fordern Sexualkunde in Kitas und Diversity-Beauftragte in Schulen“ 19.12.08, http://www.medrum.de/content/berliner-gruene-fordern-sexualkunde-kitas-diversity-beauftragte-schulen
[28] Die Freie Welt – Das Internets- und Blogzeitung für die Zivilgesellschaft, „Schweiz: Abschaffung von Vater und Mutter“, www.freiewelt.net/nachricht-4522/schweiz%3Aabschaffung-von-vater-und-mutter.html






