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Begriff Definition
Hagar - die erste Leihmutter

Hagar - die erste Leihmutter

1.  Hagars geistliches Lebensumfeld in Abrams Sippe

Genesis 16, 1 wird Hagar erstmalig erwähnt. Es ist eine Zeit, in der Abraham noch Abram und Sara noch Sarai hieß. Beider Namen wird erst in Gen 17, 1 - 16 geändert, also bevor Abram Gott als „Allmächtigen"  (17, 1) kennen lernte. Und nicht umsonst spricht 17,1 von zukünftigen Lebensstil Abrams - gerade im Anschluss an die Erfahrung mit der Geburt Ismaels. Hagars Herrin und Herr kennen Gott. Dessen Allmacht stehen sie noch recht blind gegen über. Und genau diese geistliche Kurzsicht ist auch der Hintergrund für die Geschichte Hagars und ihres Sohnes Ismael

2.  Hagar, die erste in der Bibel erwähnte Leihmutter

Nach Gen 16, 1 war Hagar Sarais ägyptische Sklavin. In Gen 12, 16 wird erwähnt, dass Abram in Ägypten Sklaven erhielt.
Wir beachten den Wortlaut in 16, 1: „...Sarai hatte nicht...sie hatte aber.." Hagar war gemäß der Zeitsitte einer Ware, bzw. einem Werkzeug gleich.
In 16, 3 wird Hagar „...ihm zur Frau..." gegeben. D.h. Hagar ist nicht zuerst Sklavin, sondern „Frau". Als Frau wird sie von Abram schwanger.

3  Hagars Umgang mit ihrer neuen Situation (Gen16, 4 - 6)

Sie missachtet ihre Herrin, der sie (endlich?) etwas voraus hat.
In V 5 wird plötzlich der Konflikt von Sarai an Abram zurück gegeben und weitet sich zu einem Spannungsfeld aus.
Folge dieses Konfliktes ist eine menschliche Tragödie, denn Hagar wird durch Sarai gedemütigt, d.h. schlecht behandelt, V6.

4  Die Verstoßene wird dennoch gesegnet ( Gen 16, 7 - 16)

Auf der Flucht lagert sie an einer Quelle, Dort wird sie vom Engel des Herrn nach ihrer Herkunft gefragt. Und sie antwortet ohne Umschweife und sagt in allem die Wahrheit! Und genau in dieser Situation wird ihr zweierlei gesagt: a) Dass sie sich unter Sarai demütigen soll und b), dass ihr Sohn Ismael heißen soll und große Bedeutung haben wird.  

5  Hagars wird in die Freiheit entlassen (21, 8 - 21)

Am Tag der Entwöhnungsfeier für Isaak scherzt Ismael mit Isaak, d.h. er macht sich lustig über ihn. Und sofort wächst wieder die Pflanze des Neides und der Eifersucht in Sara (!). Und Sara fast den Entschluss, Hagar mit ihrem Sohn zu vertreiben. Einerseits bedeutet dies, dass Hagar frei gelassen wird, andererseits bedeutet das einen harten Überlebens-kampf in der Wüste.

Doch dieses Mal fragt Abraham zuerst Gott, der ihm seine Zustimmung gibt. Aber diese Austreibung scheint für Hagar tödlich zu enden. (21, 14 - 21) Doch Gott nimmt sich der beiden an und rettet sie.

Der letzte Satz über Hagar, 21, 21 erwähnt Hagar, dass sie ihrem Sohn eine Ägypterin nimmt. Vielleicht hat sie von den hebräischen Nomaden ein für alle Mal den Kanal voll...

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Heiligung

Wenn ein biblischer Begriff untersucht wird, kann man zwei sich Fragen stellen:

a) was ist es (was sagt die Bibel über diesen Begriff)
b) wozu ist diese Sache gedacht.
b)    W o z u   ist Heiligung gedacht? (wir sollten zuerst
auf diese Frage eingehen, gerade weil meist nur die Frage a) geklärt wird. Hier kann ein Blick auf Jesus helfen.


Dazu die Frage: Hatte  es Jesus nötig, geheiligt zu werden?
Ja, siehe Joh 10, 36

Heiligung hat also die Bedeutung „aussondern und in einen Dienst für Gott stellen“.  So wurden auch im AT Geräte „geheiligt“, d.h. „ausgesondert“, also dem profanen Gebrauch entzogen und in Gottes Dienst genommen. Bei Jesus ist es ähnlich. Seine Sendung entsteht durch seine Heiligung (Aussonderung). Diese Heiligung gibt Kraft, „heilig“ zu leben.

a) W a s    ist Heiligung?

Für Christen gibt es zwei Brennpunkte der Ellipse namens Heiligung.

a) geheiligt in Christus                        b) die persönliche Heiligung

    1.Kor 1, 2                                                              Hbr 12, 14

„Geheiligt“ heißt, dass durch Jesu Opfer aus Sündern vollkommen gereinigte Gotteskinder wurden.

Aber nach 1.Kor 1,2 werden Gotteskinder als „Geheiligte“ bezeichnete und gleichzeitig sind sie „berufene Heilige“. Sie sind es und sind es dennoch nicht aus sich selbst, sondern durch Gottes Ruf geworden.

 

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Hölle

Was sagt die Bibel über die endzeitliche „Hölle"?

1 Welche Umstände zum heute vorherrschenden Verständnis von Hölle beitrugen

Nicht die Bibel, sondern skurrile Karikaturen und Witze haben die Vorstellungen über die Hölle bei vielen unserer Zeitgenossen geprägt. Deshalb ist auch an dieser Stelle zu fragen, was die Heilige Schrift unter „Hölle" versteht.

Zuerst ein kurzer Hinweis zur Entwicklung des Wortes „Hölle": 

Der  Begriff „Hölle"  wurde vorrangig im Mittelalter vom damaligen Weltbild geprägt und leitet sich von „hehlen" ab, was so viel wie „verbergen" bedeutet. (Das Wort „Höhle" steht dem nahe.) So verstanden auch die reformatorischen Bibelübersetzer des Mittelalters unter „Hölle" schlicht einen verborgenen Ort, den sich kein Mensch recht vorstellen kann. Aber es begannen sich alte philosophische Vorstellungen einzumischen: Da in jener Zeit ein dreistufiges griechisch-römisches Weltbild mit den Bereichen Himmel - Erde - Unterwelt vorherrschte, war der Himmel Aufenthaltsbereich für Gott, die Engel und die Seligen gedacht, die Erde gehörte Menschen, Pflanzen und Tieren und die „Unterwelt" (Romanisch „Inferno")  war der Bereich für den Teufel, seine Dämonen und böser Toten-Geister. Diesem Weltbild wurden diverse Bibelstellen zugeordnet und oft bunt miteinander vermischt.  

Auswirkungen dieser Weltsicht prägen das Denken vieler Menschen bis heute, wenn sie an Hölle denken. Hölle ist für sie der Bereich des Teufels. Und da für viele heute lebende Menschen der Teufel kein Thema ist, formen Witze und Karikaturen die Vorstellung über die Hölle. Während „gute"

Menschen zu Gott in den Himmel dürfen, müssen die bösen „nach unten". 

Außerdem wirkte im Mittelalter ein weiteres Faktum: Die reformatorischen Übersetzer der Bibel fanden in den Griechischen Texten des NT das Wort „Hades" (Totenreich). Da dieser Begriff in der griechischen Mythologie auch der Name für das Totenreich und den Todes-Gott war, wollten sie Verwechselung mit dem antiken heidnischen Götter- und Totenkult vermeiden und übersetzten an vielen Stellen, wo „Hades/Totenreich" steht,  „Hölle". Sie meinten damit jenen „abgegrenzten Raum" für die Verstorbenen in einer Unterwelt im Sinne des damals vorherrschenden Weltbildes aus der heidnischen Antike. Doch mit dieser Übersetzung  kam es zu einer Überschneidung mit anderen Begriffen („Gehenna" und „Feuersee"), die ihrerseits im eigentlichen Sinne eine Straf-Hölle bezeichnen. Diese vielen Begriffs- und Deutungsüberschneidungen sowie ein Weltbild, das der Bibel fremd ist, haben letztlich dazu beigetragen, das biblische Verständnis von „Hölle" zu erschweren und öffneten vielen Spekulationen und Irrungen Tür und Tor.

Deshalb müssen wir zuerst ein häufig anzutreffendes Missverständnis klären.

Die Hölle (Gehenna) ist nicht der Ort, wo Satan wohnt. Es ist der feurige Abgrund, in den Satan einst geworfen werden wird (Offenbarung 20, 10). Denn Hölle ist im NT der Ort der endzeitlichen Strafe nach dem letzten Gericht für den Satan, dessen Anti-Christus, des Anti-Geistes (falscher Prophet), aller Dämonen und der Gottlosen.

Davon abzugrenzen ist das einmal vergehende Totenreich (Hades).

2  „Hades"  und „Gehenna" - zwei wichtige neutestamentliche Begriffe

Zu beiden Begriffen drückt sich die Bibel sehr vorsichtig aus. Dieser inneren Vorgabe folgen wir.

2.1  Was ist  „Gehenna"?

Zuerst ist „Gehenna" die Griechische Bezeichnung für ein Tal südlich von Jerusalem, im dem zu Zeiten der Könige Ahas und Manasse grausame Kinderopfer gebracht wurden (2.Könige 23, 10; 1.Chronika 28, 3; 33, 6), also ein Ort, mit dem sich Schlimmes verbindet.

Jesus (!)  sprach von  „Gehenna" als einem Ort des göttlichen Strafgerichtes für die „Verdammten" (Markus 9, 43). Dieser Ort ist nicht irdisch. Dieses strafende Feuer ist für den Satan, dessen Anti-Christus, den falschen Propheten und für den Tod bestimmt (Offenbarung 19, 10: 20, 10). Den Ort bezeichnet Jesus auch als „Finsternis" (Matthäus 22, 13; 25, 30).

„Gehenna" ist aber ein Ort über den Gott bestimmt. (vgl. Matthäus 10, 28).

Diese Gehenna-Hölle untersteht Seinem Willen und demnach nicht der derzeitige Aufenthaltsort Satans.

Die zuletzt genannte Bibelstelle zeigt auch, wozu  „Gehenna" erwähnt wird: Diese Bibelstellen sollen helfen, die Gewissen der Gläubigen wach zu rütteln und ein einseitiges Verständnis von einem „lieben" Gott relativieren und Gottes Liebe nicht gegen Seine Gerechtigkeit und Heiligkeit aus zu spielen.

Im Gericht über die Toten, dem sogenannten letzten oder „jüngsten" Gericht werden alle, „...die  nicht im Buch des Lebens" stehen, diesem Ort des Gerichtes übergeben. Davon, dass es eine „Erlösung" aus diesem Ort des Gerichtes gibt, sagt die Bibel nichts.

2.2   Was ist der „Hades" („Totenreich") ?

Gottes Wort spricht auch hiervon nur sehr vorsichtig und lehrt keine „Geografie des Jenseits".

Wir lesen 10mal von „Hades/Totenreich" im NT. Dieser Begriff ähnelt dem im AT gebrauchten Begriff „Scheol" (z.B. Jesaja 14, 9 - 11) und wird dort nicht selten mit „Grube" wider gegeben.

Im NT bezeichnet „Hades/Totenreich" einen Bereich, der den Verstorbenen vorbehalten ist. Lukas 16, 22 - 26 spricht ausdrücklich von zwei verschiedenen Bereichen im Totenreich, die unüberbrückbar voneinander getrennt sind. (Jesus spricht in Lukas 16, 22 ff. ausdrücklich nicht von einem Gleichnis. Deshalb kann in seinen Ausführungen eine vorsichtige Beschreibung des Totenreiches gesehen werden.)

Der Sieg von Jesus und seine Auferstehung hat Ihn ausdrücklich auch Herrschaftsvollmacht über die Toten gegeben. Also hat der Sieg von Jesus auch Auswirkungen auf  den „Hades/Totenreich", vgl. Offenbarung 1, 18.

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