Algerien: Radikale zünden Kirche an
Algerien: Radikale zünden Kirche an
(Open Doors, 14. Januar 2010) - Nach der Zerstörung einer Kirche im algerischen Tizi Ouzou ruft das Hilfswerk für verfolgte Christen Open Doors weltweit zu Gebeten für die Christen auf. Seit geraumer Zeit wird die „Tafath"-Gemeinde von radikalen Muslimen bedroht. In der Nacht vom 9. auf den 10. Januar brachen mehrere Männer in das Gemeindehaus ein, verwüsteten die Einrichtung und setzten es schließlich in Brand.
Polizei ordnete Schließung an
Zu der vor fünf Jahren gegründeten evangelischen Gemeinde gehören viele ehemalige Muslime. Bis vorigen November versammelten sich die Mitglieder in einem gemieteten Gebäude. Das wurde für die fast 350 Gottesdienstbesucher zu eng. Über die Eröffnung einer neuen Kirche in Bekkar, einem Distrikt östlich von Tizi Ouzuo, und die vielen Besucher sind die muslimischen Anwohner verärgert, hieß es in einem Bericht in der algerischen Zeitung "El Watan". Obwohl die "Tafath" der Evangelischen Kirche Algeriens (EPA) angeschlossen ist, ordnete die Polizei kurz nach der Eröffnung die Schließung der Kirche an. Pastor Kirèche widersetzte sich der Anordnung.
Chronik der letzten Tage
Rund 20 Muslime umstellten am 26. Dezember das Gebäude und boykottierten den Weihnachtsgottesdienst. Besucher wurden daran gehindert, in die Kirche zu gehen. Laut "El Watan" riefen die Demonstranten: "Algerien ist das Land des Islam! Geht woanders beten." Die Gruppe aus Muslimen hielt sich bis zum 28. Dezember vor der Kirche auf. Zudem wurde in das Gebäude eingebrochen und Mikrofone und Lautsprecher gestohlen. Am 30. Dezember wurde die Stromzufuhr gekappt. Während eines Gottesdienstes am 2. Januar drangen mehrere Männer in die Kirche und bedrohten Christen. Die Versammlung wurde umgehend beendet. Seitdem wird den Christen der Zugang zur Kirche verweigert. Berichten zufolge wurde der Pastor Mustafa Krireche mit dem Tode bedroht. Polizei und Behörden versuchten am 9. Januar die vor der Kirche verbliebenen Muslime zu beruhigen. Später brachen einige in das Gebäude ein. Polizisten konnten die Eindringlinge nach einiger Zeit aufhalten. Doch in der Nacht brachen Muslime erneut ein, zerstörten die Einrichtung und setzten schließlich das Haus in Brand.
Äthiopien: Christ heimtückisch ermordet
(Open Doors, 12.01.2010) - In einem überwiegend von Muslimen bewohnten Gebiet in Äthiopien wurde ein Christ heimtückisch ermordet. Auf dem Nachhauseweg von seinem Restaurant in Senkele im Bundesstaat Oromia wurde Markos Lagiso von einem bislang unbekannten Mann von hinten mit Machetenhieben getötet. Der Mord ereignete sich am 20. Dezember. Lagiso hinterlässt seine Frau Sintayehu und sieben Kinder im Alter zwischen zehn und 25 Jahren.
Der Mitte 50-Jährige war ein erfolgreicher Geschäftsmann und aktives Mitglied der „Full Gospel Church" in Senbet-Senkele. Er unterstützte die Kirche finanziell. Darin sehen Kirchenmitglieder auch das Motiv für seine Ermordung. Die polizeilichen Ermittlungen dauern an. Am 23. Dezember berief die Gebietsverwaltung ein Treffen mit Clanchefs der Gegend ein. Auch Kirchenleiter nahmen teil. Die Teilnehmer wurden laut Aussagen von Christen gewarnt, hinter der Ermordung des Christen religiöse Verfolgung zu sehen. Lagiso sei nicht aufgrund seines Glaubens getötet worden, sondern aus politischen Gründen. In den vergangenen Jahren kam es immer wieder zu Konflikten zwischen Muslimen und Christen in muslimisch dominierten Gebieten Äthiopiens. Von den 85 Millionen Einwohnern sind 63 Prozent Christen.
Christ setzte sich ein
Im September vorigen Jahres wurde eine andere Kirche in Senkele angegriffen. Die Polizei verhaftete einige Muslime und zwei Christen. Sie wurden beschuldigt, Seiten aus einem Koran herausgerissen zu haben. Markos Lagiso stellte eine Kaution von umgerechnet je 150 Euro für die beiden Christen und beteiligte sich an den Kosten für ihren Rechtsbeistand. Neutral eingestellte Muslime warnten Kirchenleiter vor einem Angriff auf Markos Lagiso durch radikale Muslime. Eine Woche vor seinem Tod soll Lagiso seiner Frau gesagt haben, dass er um sein Leben fürchte.
„Wir leben in Angst"
„Bitte betet für uns, dass Gott uns die Kraft gibt, diese schwere Zeit durchzustehen", bittet die Witwe. „Ich weiß, dass Gott unsere Gerechtigkeit ist. Aber betet, dass die Angriffe auf uns aufhören. Betet für meine Söhne. Sie sind über den Tod ihres Vaters sehr wütend." Mitarbeiter des Hilfswerkes Open Doors besuchten Sintayehu und ihre Kinder. Gemeindeleiter Tadele* sagte Open Doors: „Niemand von uns ist hier sicher. Wir leben in Angst. Wir hörten, dass radikale Muslime ihre Angriffe auf Christen im Vorfeld der Wahlen im Mai fortsetzen wollen. Vermutlich werden die Behörden nicht viel dagegen machen, denn sie wollen sich die Stimmen der Muslime sichern. Die harte Zeit ist noch nicht vorüber." Einige Christen hätten Angst, Versammlungen zu besuchen. Sie würden sich fragen, wer der Nächste sei.
* Name geändert
Die Gebets- und Hilfskampagne “Gefährlicher Glaube”
„Gefährlicher Glaube - Gebet und Hilfe für Christen in der islamischen Welt“ ist die bis mindestens 2011 dauernde weltweite Gebets- und Hilfskampagne von Open Doors für Christen in der islamischen Welt und besonders für Muslime, die Christen wurden. Ziel ist es, Glaubensgeschwister zu unterstützen, denen das Bekenntnis zu Jesus Christus in ihrer vom Islam geprägten Heimat zur lebensbedrohlichen Gefahr wurde. Mit weltweiten 24-Stunden-Gebeten und Hilfsprojekten sollen sie darin ermutigt werden, trotz Verfolgung oder Benachteiligung ihren Glauben zu leben, weiterzugeben und die Gemeinde Jesu zu stärken. Das Kampagnen-Symbol zeigt ein leuchtendes Kreuz auf einer Kirche hinter Stacheldraht im Schatten des islamischen Halbmondes. Seit über 20 Jahren unterstützt das überkonfessionelle, internationale Hilfswerk für verfolgte Christen Open Doors Christen in islamischen Ländern mit Bibeln, Schulungen, Hilfe-zur-Selbsthilfe, christlichen TV-Programmen und hilft Gefangenen sowie den Familien ermordeter Christen. Weitere Infos und Anmeldung zum Gebet unter: www.opendoors-de.org
Über Open Doors
Open Doors wurde 1955 von dem Holländer Anne van der Bijl gegründet, der als „Bruder Andrew“ oder „Der Schmuggler Gottes“ weltweit bekannt wurde. Legendär sind die Geschichten, wie er mit seinem VW-Käfer Bibeln hinter den früheren „Eisernen Vorhang“ schmuggelte. In rund 50 Ländern versorgt Open Doors Christen, die aufgrund ihres Glaubens benachteiligt oder verfolgt werden, mit Bibeln und christlicher Literatur, bildet Gemeindeleiter aus, engagiert sich für Gefangene und unterstützt die Familien ermordeter Christen. In der freien Welt hält das Werk Vorträge und Veranstaltungen u. a. in Kirchen und Gemeinden, um für das Thema Christenverfolgung zu sensibilisieren und zum Gebet für die verfolgte Kirche aufzurufen. Die Arbeit von Open Doors Deutschland e.V. wird durch Spenden finanziert. Das Werk trägt das Spendenprüfzertifikat der Deutschen Evangelischen Allianz.
Beachten Sie bitte auch unseren aktuellen Weltverfolgungsindex der Länder, in denen Christen am stärksten verfolgt werden.
Quelle: opendoors-de.org
(Open Doors, 14. Januar 2010) - Nach der Zerstörung einer Kirche im algerischen Tizi Ouzou ruft das Hilfswerk für verfolgte Christen Open Doors weltweit zu Gebeten für die Christen auf. Seit geraumer Zeit wird die „Tafath"-Gemeinde von radikalen Muslimen bedroht. In der Nacht vom 9. auf den 10. Januar brachen mehrere Männer in das Gemeindehaus ein, verwüsteten die Einrichtung und setzten es schließlich in Brand.
Polizei ordnete Schließung an
Zu der vor fünf Jahren gegründeten evangelischen Gemeinde gehören viele ehemalige Muslime. Bis vorigen November versammelten sich die Mitglieder in einem gemieteten Gebäude. Das wurde für die fast 350 Gottesdienstbesucher zu eng. Über die Eröffnung einer neuen Kirche in Bekkar, einem Distrikt östlich von Tizi Ouzuo, und die vielen Besucher sind die muslimischen Anwohner verärgert, hieß es in einem Bericht in der algerischen Zeitung "El Watan". Obwohl die "Tafath" der Evangelischen Kirche Algeriens (EPA) angeschlossen ist, ordnete die Polizei kurz nach der Eröffnung die Schließung der Kirche an. Pastor Kirèche widersetzte sich der Anordnung.
Chronik der letzten Tage
Rund 20 Muslime umstellten am 26. Dezember das Gebäude und boykottierten den Weihnachtsgottesdienst. Besucher wurden daran gehindert, in die Kirche zu gehen. Laut "El Watan" riefen die Demonstranten: "Algerien ist das Land des Islam! Geht woanders beten." Die Gruppe aus Muslimen hielt sich bis zum 28. Dezember vor der Kirche auf. Zudem wurde in das Gebäude eingebrochen und Mikrofone und Lautsprecher gestohlen. Am 30. Dezember wurde die Stromzufuhr gekappt. Während eines Gottesdienstes am 2. Januar drangen mehrere Männer in die Kirche und bedrohten Christen. Die Versammlung wurde umgehend beendet. Seitdem wird den Christen der Zugang zur Kirche verweigert. Berichten zufolge wurde der Pastor Mustafa Krireche mit dem Tode bedroht. Polizei und Behörden versuchten am 9. Januar die vor der Kirche verbliebenen Muslime zu beruhigen. Später brachen einige in das Gebäude ein. Polizisten konnten die Eindringlinge nach einiger Zeit aufhalten. Doch in der Nacht brachen Muslime erneut ein, zerstörten die Einrichtung und setzten schließlich das Haus in Brand.
Äthiopien: Christ heimtückisch ermordet
(Open Doors, 12.01.2010) - In einem überwiegend von Muslimen bewohnten Gebiet in Äthiopien wurde ein Christ heimtückisch ermordet. Auf dem Nachhauseweg von seinem Restaurant in Senkele im Bundesstaat Oromia wurde Markos Lagiso von einem bislang unbekannten Mann von hinten mit Machetenhieben getötet. Der Mord ereignete sich am 20. Dezember. Lagiso hinterlässt seine Frau Sintayehu und sieben Kinder im Alter zwischen zehn und 25 Jahren.
Der Mitte 50-Jährige war ein erfolgreicher Geschäftsmann und aktives Mitglied der „Full Gospel Church" in Senbet-Senkele. Er unterstützte die Kirche finanziell. Darin sehen Kirchenmitglieder auch das Motiv für seine Ermordung. Die polizeilichen Ermittlungen dauern an. Am 23. Dezember berief die Gebietsverwaltung ein Treffen mit Clanchefs der Gegend ein. Auch Kirchenleiter nahmen teil. Die Teilnehmer wurden laut Aussagen von Christen gewarnt, hinter der Ermordung des Christen religiöse Verfolgung zu sehen. Lagiso sei nicht aufgrund seines Glaubens getötet worden, sondern aus politischen Gründen. In den vergangenen Jahren kam es immer wieder zu Konflikten zwischen Muslimen und Christen in muslimisch dominierten Gebieten Äthiopiens. Von den 85 Millionen Einwohnern sind 63 Prozent Christen.
Christ setzte sich ein
Im September vorigen Jahres wurde eine andere Kirche in Senkele angegriffen. Die Polizei verhaftete einige Muslime und zwei Christen. Sie wurden beschuldigt, Seiten aus einem Koran herausgerissen zu haben. Markos Lagiso stellte eine Kaution von umgerechnet je 150 Euro für die beiden Christen und beteiligte sich an den Kosten für ihren Rechtsbeistand. Neutral eingestellte Muslime warnten Kirchenleiter vor einem Angriff auf Markos Lagiso durch radikale Muslime. Eine Woche vor seinem Tod soll Lagiso seiner Frau gesagt haben, dass er um sein Leben fürchte.
„Wir leben in Angst"
„Bitte betet für uns, dass Gott uns die Kraft gibt, diese schwere Zeit durchzustehen", bittet die Witwe. „Ich weiß, dass Gott unsere Gerechtigkeit ist. Aber betet, dass die Angriffe auf uns aufhören. Betet für meine Söhne. Sie sind über den Tod ihres Vaters sehr wütend." Mitarbeiter des Hilfswerkes Open Doors besuchten Sintayehu und ihre Kinder. Gemeindeleiter Tadele* sagte Open Doors: „Niemand von uns ist hier sicher. Wir leben in Angst. Wir hörten, dass radikale Muslime ihre Angriffe auf Christen im Vorfeld der Wahlen im Mai fortsetzen wollen. Vermutlich werden die Behörden nicht viel dagegen machen, denn sie wollen sich die Stimmen der Muslime sichern. Die harte Zeit ist noch nicht vorüber." Einige Christen hätten Angst, Versammlungen zu besuchen. Sie würden sich fragen, wer der Nächste sei.
* Name geändert
Die Gebets- und Hilfskampagne “Gefährlicher Glaube”
„Gefährlicher Glaube - Gebet und Hilfe für Christen in der islamischen Welt“ ist die bis mindestens 2011 dauernde weltweite Gebets- und Hilfskampagne von Open Doors für Christen in der islamischen Welt und besonders für Muslime, die Christen wurden. Ziel ist es, Glaubensgeschwister zu unterstützen, denen das Bekenntnis zu Jesus Christus in ihrer vom Islam geprägten Heimat zur lebensbedrohlichen Gefahr wurde. Mit weltweiten 24-Stunden-Gebeten und Hilfsprojekten sollen sie darin ermutigt werden, trotz Verfolgung oder Benachteiligung ihren Glauben zu leben, weiterzugeben und die Gemeinde Jesu zu stärken. Das Kampagnen-Symbol zeigt ein leuchtendes Kreuz auf einer Kirche hinter Stacheldraht im Schatten des islamischen Halbmondes. Seit über 20 Jahren unterstützt das überkonfessionelle, internationale Hilfswerk für verfolgte Christen Open Doors Christen in islamischen Ländern mit Bibeln, Schulungen, Hilfe-zur-Selbsthilfe, christlichen TV-Programmen und hilft Gefangenen sowie den Familien ermordeter Christen. Weitere Infos und Anmeldung zum Gebet unter: www.opendoors-de.org
Über Open Doors
Open Doors wurde 1955 von dem Holländer Anne van der Bijl gegründet, der als „Bruder Andrew“ oder „Der Schmuggler Gottes“ weltweit bekannt wurde. Legendär sind die Geschichten, wie er mit seinem VW-Käfer Bibeln hinter den früheren „Eisernen Vorhang“ schmuggelte. In rund 50 Ländern versorgt Open Doors Christen, die aufgrund ihres Glaubens benachteiligt oder verfolgt werden, mit Bibeln und christlicher Literatur, bildet Gemeindeleiter aus, engagiert sich für Gefangene und unterstützt die Familien ermordeter Christen. In der freien Welt hält das Werk Vorträge und Veranstaltungen u. a. in Kirchen und Gemeinden, um für das Thema Christenverfolgung zu sensibilisieren und zum Gebet für die verfolgte Kirche aufzurufen. Die Arbeit von Open Doors Deutschland e.V. wird durch Spenden finanziert. Das Werk trägt das Spendenprüfzertifikat der Deutschen Evangelischen Allianz.
Beachten Sie bitte auch unseren aktuellen Weltverfolgungsindex der Länder, in denen Christen am stärksten verfolgt werden.
Quelle: opendoors-de.org
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