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Eritrea: 2.200 Christen eingesperrt

Eritrea: 2.200 Christen eingesperrt




Christ in Militärlager gestorben - 30 Gefangene entlassen

(ASMARA, 15. März 2010, Open Doors) - In Eritrea sind noch immer schätzungsweise 2.200 Christen aufgrund ihres Glaubens in Gefängnissen eingesperrt. Das berichteten einheimische Informanten dem Hilfswerk für verfolgte Christen Open Doors. Eritreische Gemeindeleiter bitten darum, weiterhin unablässig für ihr Land sowie für die Christen und besonders für die gefangenen Gläubigen zu beten. Sie werden in Haft unter Druck gesetzt, ihrem Glauben abzuschwören und nicht mehr an gemeindlichen Aktivitäten teilzunehmen.

Efrem Hagos verstorben
Berichtet wurde, dass am 2. März ein weiterer Christ in einem eritreischen Gefängnis verstorben ist. Efrem Habtemichel Hagos (37) war im Militärlager Adi-Nefase in Assab im Südosten des Landes gefangen. Wie einheimische Informanten Open Doors berichteten, litt Hagos seit drei Monaten an einer Lungenentzündung und hatte Malaria. Offenbar, so die Berichte, wurde ihm die medizinische Behandlung verweigert. Er hatte sich geweigert, seinem christlichen Glauben abzuschwören. Hagos ist damit der zwölfte Christ, der in Gefangenschaft in Eritrea gestorben ist. Er diente sechs Jahre lang in der 31. Einheit der eritreischen Armee. Möglicherweise wurde er während seines Militärdienstes Christ. Kurz nach seinem Tod wurde sein Leichnam im Militärlager begraben.  

30 Christen entlassen
Open Doors erfuhr weiterhin, dass 30 Christen aus der Haft entlassen wurden, darunter mindestens drei bekannte Gemeindeleiter. Am 3. März wurden 29 Christen aus dem Mitire Militärlager im Nordosten von Eritrea entlassen, in das sie vor rund einem Jahr aus verschiedenen Polizeistationen in Asmara verlegt worden waren. Unter den Freigelassenen sind Pastor Tesfagaber Hanibal von der "Church of Living God" und Pastor Gibreab Jorjo von der "Full Full Gospel Church". Pastor Hanibal saß mindestens vier Jahre im Gefängnis; Pastor Jorjo mindestens drei Jahre. Auch Berhane Araya (Full Gospel Church), Michel Aymote und ein unter dem Namen Daniel bekannter Christ (beide Philadelphia Church) sind frei. Die Gläubigen wurden auf Kaution entlassen und verwarnt, an keiner christlichen Aktivität mehr teilzunehmen. Anfang März wurde auch Semere Zaid aus dem Sembel-Gefängnis in Asmara entlassen. Er wurde vor fünf Jahren festgenommen. Der Professor für Landwirtschaft an der Universität von Asmara ist ein bekannter Leiter der "Church of the Living God".

2.200 Christen gefangen
Einheimische Quellen gaben vor Kurzem bekannt, dass derzeit noch schätzungsweise 2.200 Christen in Eritrea in Haft sind, weil sie zu einer nicht staatlich erlaubten Gemeinde gehören. Die Zahl ist deutlich niedriger, als noch zu Beginn des Jahres. Laut einheimischen Quellen wurden viele Christen aufgrund ihres schlechten Gesundheitszustandes entlassen. Die meisten kamen auf Kaution frei - mit der Auflage, nicht mehr an christlichen Aktivitäten teilzunehmen. Andere wurden entlassen, um ihren Militärdienst fortzusetzen.

Hintergrund
Nach Angaben von Kirchenleitern sind derzeit noch rund 2.200 Christen aufgrund ihres Glaubens landesweit in Polizeistationen, Militärlagern oder Frachtcontainern unter unmenschlichen Bedingungen eingesperrt. Viele sitzen seit Monaten oder Jahren ohne offizielle Anklage oder Gerichtsverfahren ein. Mindestens zwölf Christen starben in Gefangenschaft an den Folgen der Haftbedingungen und mangelnder medizinischer Versorgung. Von den rund fünf Millionen Einwohnern Eritreas sind 45 Prozent Christen und 47 Prozent Muslime. Im Mai 2002 erklärte Präsident Issayas Afewerki alle nicht erlaubten Kirchen - darunter über 30 unabhängige Gemeinden - für illegal. Nur die Eritreisch-Orthodoxe und die Katholische Kirche sowie die Evangelisch-Lutherische Kirche und der Islam sind anerkannt. Seitdem veranlasst die Regierung Kirchenschließungen und verbietet Privatversammlungen.



Die Gebets- und Hilfskampagne “Gefährlicher Glaube”

„Gefährlicher Glaube - Gebet und Hilfe für Christen in der islamischen Welt“ ist die bis mindestens 2011 dauernde weltweite Gebets- und Hilfskampagne von Open Doors für Christen in der islamischen Welt und besonders für Muslime, die Christen wurden. Ziel ist es, Glaubensgeschwister zu unterstützen, denen das Bekenntnis zu Jesus Christus in ihrer vom Islam geprägten Heimat zur lebensbedrohlichen Gefahr wurde. Mit weltweiten 24-Stunden-Gebeten und Hilfsprojekten sollen sie darin ermutigt werden, trotz Verfolgung oder Benachteiligung ihren Glauben zu leben, weiterzugeben und die Gemeinde Jesu zu stärken. Das Kampagnen-Symbol zeigt ein leuchtendes Kreuz auf einer Kirche hinter Stacheldraht im Schatten des islamischen Halbmondes. Seit über 20 Jahren unterstützt das überkonfessionelle, internationale Hilfswerk für verfolgte Christen Open Doors Christen in islamischen Ländern mit Bibeln, Schulungen, Hilfe-zur-Selbsthilfe, christlichen TV-Programmen und hilft Gefangenen sowie den Familien ermordeter Christen. Weitere Infos und Anmeldung zum Gebet unter: www.opendoors-de.org


Über Open Doors

Open Doors wurde 1955 von dem Holländer Anne van der Bijl gegründet, der als „Bruder Andrew“ oder „Der Schmuggler Gottes“ weltweit bekannt wurde. Legendär sind die Geschichten, wie er mit seinem VW-Käfer Bibeln hinter den früheren „Eisernen Vorhang“ schmuggelte. In rund 50 Ländern versorgt Open Doors Christen, die aufgrund ihres Glaubens benachteiligt oder verfolgt werden, mit Bibeln und christlicher Literatur, bildet Gemeindeleiter aus, engagiert sich für Gefangene und unterstützt die Familien ermordeter Christen. In der freien Welt hält das Werk Vorträge und Veranstaltungen u. a. in Kirchen und Gemeinden, um für das Thema Christenverfolgung zu sensibilisieren und zum Gebet für die verfolgte Kirche aufzurufen. Die Arbeit von Open Doors Deutschland e.V. wird durch Spenden finanziert. Das Werk trägt das Spendenprüfzertifikat der Deutschen Evangelischen Allianz.


Beachten Sie bitte auch unseren aktuellen Weltverfolgungsindex der Länder, in denen Christen am stärksten verfolgt werden.

Quelle: opendoors-de.org

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