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Über 50 Tote und unzählige Schwerverletzten


Ein Meer von Blut, als ob man in einem Schlachthaus wäre

(Foto: koptisch.wordpress.com)
Eigentlich waren wir dabei, unserer Märtyrer von Naag Hamady zu gedenken, die am Heiligabend 2010 vor der Kirche und nach der Weihnachtsmesse erschossen wurden. Manche Diözesen im Ausland kündigten an, keine Vertreter der ägyptischen Botschaft und der islamischen Vereine zu empfangen, und auch die Feierlichkeiten nach der Messe abzusagen. Denn die Toten und Schwerverletzten von Talibya (Bundesland Giza), die am 24.11.2010 vor der Kirche abgeschlachtet und niedergeschlagen wurden, kann man nicht so schnell vergessen. Bis jetzt sitzen unsere Jugendlichen in den ägyptischen Gefängnissen, obwohl sie die wahren Opfer sind. Das alles war der Anlass für unsere Trauer und Streichen der Freude.

Jetzt dürfen sich die Kopten in Ägypten und weltweit das Weihnachtsfest 2011 endgültig abschminken. Um 00,20 explodierten zwei Autos vor der Kirche der Heiligen Markus und Papst Petrus (bekannt als Al-Kedisien – die Heiligen), die in dem alexandrinischen Bezirk Sidy Bischr liegt. Viele Kopten empfangen das neue Jahr in den Kirchen, wo es intensiv gebetet wird und dann die Nacht beim Gebet verbring, bis später eine Messe zelebriert wird. Diese Kirche ist eine der größten Kirchen, nicht nur in Alexandria, sondern im ganzen Ägypten. Sie umfasst die Klinik „Heiliger Markus" und jede Menge Gebäude, sodass sie eine ganze Straße beansprucht. Gegenüber ihr befindet sich eine Moschee, die von Extremisten bzw. Vorstehern des Islam erfüllt ist. Trotz der Größe der Kirche standen manche Kopten im Hof, von wo aus sie mittels der Leinwände das Geschehen in der Kirche verfolgen konnten.

Anscheinend wollten auch einige nach Hause gehen, als die beiden Autos explodierten. Ohne die Augenzeugen jetzt zu zitieren, lasse ich Ihnen diese Bilder und diese zwei Videos:

       

Wieder Tränengas für die Kopten und die Moslems demolieren weiter

Auf der koptischen Webseite „Free Christian Voice" wird in Minutentakt Videos, Bilder, Berichte und Telefonate mit den Aktivisten und Angehörigen der Opfer veröffentlicht. Der bekannte Kopte mit dem Pseudonym „Motagaly" auf der Plattform Pal-Talk ruft die Kopten an, die entweder in der Gegend wohnen oder die in der Kirche anwesend waren, als die Autobomben. Was die Aktivisten vor Ort und die Angehörigen der Opfer schildern, übersteigt jede Vorstellung und Vernunft. Es ist der helle Wahnsinn, was vor der Kirche der Heiligen Markus und Papst Petrus in dem alexandrinischen Bezirk Sidy Bischr passierte.

Die Videos zeigen das Ausmaß des Infernos vor der Kirche, wo die zwei Autobomben viele Menschen zerfetzten. Vor der Kirche brennen etliche Autos lichterloh, wo es keine Spur von Feuerwehr gab. In der Kirche liegen auf nacktem Boden entweder zerstückelte Leichen oder schwerverletze Männer und Frauen diverser Altersgruppen. Blutlachen sind überall zu sehen.

Während das Blut von mindestens fünfzig Toten und unzähligen Schwerverletzten die Straße bedeckte, hatten die Moslems nichts Besseres zu tun gehabt, als die Klink des Heiligen Markus und die Läden der Kopten in der Gegend zu demolieren. Etliche Autos und Geschäfte wurden abgefackelt. Dies sagte keine Geringere als die Gattin Paters „Makar Fawzy", eines der fünf Hirten der Kirche. Mit zitternder Stimme sagte sie den Aktivisten von „Christian Dogma" bei einem Telefonat: „Hilft uns doch! Die eine große Gruppe von Moslems haben viele Autos und Läden in Brand gesetzt. Die Sicherheitsgarde ist total überfordert gegenüber der großen Anzahl dieser Moslems, die jetzt anfingen, die Häuser der Christen zu attackieren".

Ich glaube nicht, dass dieser Mob zum israelischen Geheimdienst Mossad oder zum Terrornetzwerk Al-Kaida gehört, wie der Gouverneur Alexandrias Adel Labib schon berichtete, wo er vehement abstritt, dass die Autobomben und das geplante Attentat mit der religiösen Spannung zu tun hätte. Das Attentat ist seiner Meinung nach keinesfalls religiös motiviert. Aber kann Herr Labib uns und der Welt auch sagen, was die Moslems vor der Kirche geschrien haben, während die Kopten ihre Toten und Schwerverletzten eigenhändig borgen mussten? Ich sage es Ihnen: „Mit Seele und Blut verteidigen wir dich, Islam"!

Was tut die Sicherheitsgarde? Die Soldaten schlugen wie am 24.11.2010 die Kopten mit ihren dicken Stöcken, bis sie die verängstigten Kopten in die Kirche getrieben haben. Damit war nicht genug. Anstatt die Moslems, die vor der Kirche demonstrieren und die Besitztümer der Kopten zerstören und niederbrennen, zu vertreiben, schossen die Soldaten wiederum ihre beliebten Tränengaskartuschen, und zwar in die Kirche. Damit war es auch nicht genug:

Ein Verantwortlicher aus der angegriffenen Kirche, der seinen Namen nicht erwähnen wollte, machte eine sehr pikante Aussage: „Die Behörden wussten von dem Attentat und daher verließen sie die Posten vor der Kirche um kurz nach 23:00. Geblieben sind nur zwei Wachleute, die den Attentäter mit eigenen Augen gesehen haben, der mit dem Auto vor der Kirche angehalten hat und sofort ausgestiegen ist. Nach zirka 30 Sekunden explodierte dieses Auto, was von einer anderen Autobombe gefolgt wurde. Um vorstellen, mit wie viel Sprengstoff das Auto belanden war, muss ich euch sagen, dass wir Körperteile sammelten, von denen wir nicht wissen, zu wem sie gehören. An den Außen- und Innenwände der Kirche kleben noch zerfetzten Leichen. Wer eine gute Tat vollenden kann, soll zu den folgenden Krankenhäusern gehen und Blut spenden: Gamal Abd Alnaser, Elmiry, Uni-Klinik und das Deutsche Krankenhaus – Elalmany. Im letzten liegt ein 12jähriges Mädchen, die notoperiert werden muss, wobei der Arzt bekanntgab, dass ihr rechtes Bein amputiert werden muss".

Quelle: koptisch.wordpress.com

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