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Ägypten: „Wir beten für ein neues Ägypten“


Ägypten: „Wir beten für ein neues Ägypten"


(2. Februar 2011, Open Doors) – Christen in Ägypten hoffen, dass die Proteste gegen den noch amtierenden Präsidenten Hosni Mubarak tatsächlich zu einer Demokratisierung des nordafrikanischen Landes führen werden.

Nach Aussagen eines einheimischen Pastors sind Kirchen trotz der unübersichtlichen Lage bislang nicht angegriffen worden. Kirchenleiter George*, der in Projekte des Hilfswerkes Open Doors in Ägypten involviert ist, sagte: „Es ist eine kritische Zeit. Wir vertrauen auf Gott, und wir hoffen und beten für ein neues Ägypten, in dem Demokratie und Freiheit auch für uns Christen herrschen."

Pastor: „Wir können uns nicht fern halten"
Der koptische Bischof Shenouda III. hatte die koptischen Christen im Land dazu aufgerufen, sich nicht an Demonstrationen zu beteiligen und vielmehr zusammenzukommen, um für das Land zu beten. Doch viele Christen haben sich dennoch an den Kundgebungen beteiligt, wie Pastor George uns berichtet: „Ich weiß von Mitgliedern meiner Kirche, die auch auf die Straße gegangen sind, um zu demonstrieren. Auch Christen sind Teil der ägyptischen Gesellschaft, und wir können uns nicht fern halten. Es betrifft auch uns. Auch wir sind mittendrin."

Kurz bevor der Pastor uns kontaktierte, war er im Haus eines Gemeindemitgliedes. Dort hatten sich Christen zu einem Gebetstreffen versammelt. „Wir können derzeit nicht in unsere Kirche. Viele Menschen fühlen sich unsicher. Also treffen wir uns privat. Das ge-meinsame Gebet ist in diesen Tagen wichtiger denn je. Der Aufstand kann positive Entwicklungen auslösen und Ägypten zu einem besseren Land machen."

Open Doors-Projekte vorerst ausgesetzt
Laut Pastor George beten Christen auch für Präsident Mubarak. „Wir beten, dass er seine Entscheidungen zum Wohl des Volkes trifft, und dass er seinen Posten im richtigen Moment abgibt. In unseren Gebetstreffen diskutieren wir sehr viel über diese Tage der Revolution. Doch wir sind auch in Sorge, wie sich die Lage entwickeln wird. Wir hören immer wieder Schüsse, einige Menschen sind bereits getötet worden. Zudem gibt es auch Probleme, Dinge des täglichen Bedarfs einzukaufen. Die Infrastruktur ist durch die Proteste beeinträchtigt. Einige Open Doors-Projekte wurden vorerst ausgesetzt. Unsere Mitarbeiter und viele Freiwillige können ihre Dienste derzeit nicht fortsetzen. Viele Straßen sind blockiert, öffentliche Verkehrsmittel stehen still und fahren aufgrund der Ausgangssperre nicht mehr. Auch Banken arbeiten nicht, so dass Geldautomaten nicht mehr aufgefüllt werden. Wir haben Schwierigkeiten an Bargeld zu kommen."

Pastor George appelliert an die Christen weltweit: "Bitte betet für Ägypten, für die Gemeinde Jesu und auch für Präsident Mubarak."

*Richtiger Name aus Sicherheitsgründen ungenannt

Christen in Ägypten – hier gelangen Sie zum Länderprofil

http://www.opendoors-de.org/verfolgung/laenderprofile/aegypten



Über Open Doors

Schätzungsweise 100 Millionen Christen werden weltweit aufgrund ihres Glaubens verfolgt. Open Doors ist ein überkonfessionelles christliches Hilfswerk, das seit
über 50 Jahren in mehr als 50 Ländern verfolgte Christen unterstützt mit Bibeln
und christlicher Literatur sowie Hilfe zur Selbsthilfe-Projekten. Open Doors bildet Gemeindeleiter aus, engagiert sich für Gefangene und unterstützt die Familien ermordeter Christen. Mit einer breiten Öffentlichkeitsarbeit („Sprachrohrdienst") informiert das Werk in Publikationen und mit Vorträgen über Christenverfolgung
und ruft zu Gebet und Hilfe für verfolgte Christen auf. Jedes Jahr veröffentlicht Open Doors den Weltverfolgungsindex, eine Rangliste von Ländern, in denen Christen am stärksten verfolgt werden. Die Arbeit von Open Doors Deutschland e.V. wird durch Spenden finanziert. Das Werk trägt das Spendenprüfzertifikat der Deutschen Evangelischen Allianz.


Beachten Sie bitte auch unseren aktuellen Weltverfolgungsindex der Länder, in denen Christen am stärksten verfolgt werden.

Quelle: opendoors-de.org

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