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Iran: Verhaftungswelle hält an


Iran: Verhaftungswelle hält an


(Open Doors) – Die zahlreichen Verhaftungen von iranischen Christen seit Weihnachten 2010 halten weiter an. Einige der Inhaftierten wurden inzwischen wieder gegen Kaution freigelassen, mindestens 21 befinden sich jedoch nach Open Doors zugänglichen Informationen weiterhin in Haft. Die Situation besonders der kleinen Hausgemeinden bleibt sehr angespannt.

Mitglieder von Hauskirchen an Druck gewöhnt
Ein Kontakt von Open Doors erklärt die aktuelle Lage so: „Die Mitglieder der Hauskirchen und auch andere Christen im Land sind sich generell ihrer prekären Lage bewusst – nicht erst seit der gegenwärtige Verhaftungswelle. Trotzdem sind sie natürlich im Augenblick doppelt vorsichtig, wenn sie über das Telefon oder Internet kommunizieren.“ Er bemerke keine zusätzliche Furcht, eher ein Gefühl der Resignation, das ausdrückt: „Du weißt, es wird dich treffen, du weißt nur nicht, wann.“

Rede von Ayatollah Khamenei als Auslöser
Den zahlreichen Verhaftungen ging eine viel beachtete Rede des obersten religiösen Führers im Iran, Ayatollah Khamenei, voraus. Er hatte im vergangenen Oktober erstmals das „Netzwerk von Hauskirchen“ explizit erwähnt und es als Bedrohung des islamischen Glaubens gebrandmarkt. In solchen Hauskirchen treffen sich besonders Christen muslimischer Herkunft, deren Abkehr vom Islam den herrschenden Mullahs ein großes Ärgernis ist. Nach wie vor existiert eine Gesetzesvorlage, die diesen Akt offiziell unter Todesstrafe stellt, jedoch noch nicht endgültig bestätigt wurde.

Im Gefängnis: Zwischen Schrecken und Hoffnung
Eine Teilnehmerin unseres Jüngerschaftsprogrammes erzählte von ihrer vorübergehenden Verhaftung im Dezember 2010. Sie selbst wurde während der kurzen Haftzeit nicht sehr schlimm behandelt, doch man zwang sie, einer Hinrichtung beizuwohnen.
Zu den gefangenen Christen gehören ältere Menschen ebenso wie junge Eltern. Uns wurde von einem jungen Paar berichtet, das sein Baby zurücklassen musste, obwohl die Mutter es noch stillte. Hassan (65) und Parya (61) Razavi Derakhshan befinden sich seit dem 27. Dezember in Haft. Parya musste sich erst kürzlich einer Wirbelsäulenoperation unterziehen und ist deshalb auf ärztliche Hilfe angewiesen. Über ihren derzeitigen Gesundheitszustand liegen uns keine aktuellen Informationen vor.


Gebetsanliegen
• Beten Sie um Standhaftigkeit für die inhaftierten Christen, dass Sie Jesus nicht verleugnen und auch keine für andere Christen belastenden Informationen preisgeben
• Beten Sie um Trost für ihre Familien und Angehörigen
• Beten Sie für die Mitglieder der Hauskirchen, dass Sie in dieser schwierigen Zeit in ihrem Glauben wachsen und sich nicht einschüchtern lassen




Über Open Doors

Schätzungsweise 100 Millionen Christen werden weltweit aufgrund ihres Glaubens verfolgt. Open Doors ist ein überkonfessionelles christliches Hilfswerk, das seit
über 50 Jahren in mehr als 50 Ländern verfolgte Christen unterstützt mit Bibeln
und christlicher Literatur sowie Hilfe zur Selbsthilfe-Projekten. Open Doors bildet Gemeindeleiter aus, engagiert sich für Gefangene und unterstützt die Familien ermordeter Christen. Mit einer breiten Öffentlichkeitsarbeit („Sprachrohrdienst") informiert das Werk in Publikationen und mit Vorträgen über Christenverfolgung
und ruft zu Gebet und Hilfe für verfolgte Christen auf. Jedes Jahr veröffentlicht Open Doors den Weltverfolgungsindex, eine Rangliste von Ländern, in denen Christen am stärksten verfolgt werden. Die Arbeit von Open Doors Deutschland e.V. wird durch Spenden finanziert. Das Werk trägt das Spendenprüfzertifikat der Deutschen Evangelischen Allianz.


Beachten Sie bitte auch unseren aktuellen Weltverfolgungsindex der Länder, in denen Christen am stärksten verfolgt werden.

Quelle: opendoors-de.org

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