Äthiopien: Angst vor Ausbreitung der Gewalt
Äthiopien: Angst vor Ausbreitung der Gewalt

(NAIROBI, 9. März 2011) – Nach den dramatischen Gewaltakten gegen Christen in Äthiopien bittet das Hilfswerk Open Doors, für die Opfer und für ein Ende der Ausschreitungen gegen Christen zu beten. Es wird befürchtet, dass sich die Gewalt auch auf andere Gebiete ausbreiten könnte. Zum Ausbruch der Gewalt am 2. März kam es, nachdem Muslime einen Christen beschuldigt hatten, einen Koran zerrissen und damit entweiht zu haben. Binnen fünf Tagen sind in und um Asendabo in der Jimma-Zone im Westen des ostafrikanischen Landes ein Christ getötet und Tausende verletzt worden. Mobs aus islamischen Extremisten verübten Brandanschläge auf 59 Kirchen und mindestens 28 Häuser. Etwa 4000 Christen flohen in die Ortschaften Ako, Jimma, Dimtu und Derbo. Asendabo liegt etwa 300 Kilometer von der Landeshauptstadt Addis Abbeba entfernt in der Region Oromia. Der Gesamtschaden wird auf umgerechnet 2,57 Millionen Euro geschätzt.
Polizei greift nicht ein
„Die Gräueltaten haben noch nicht aufgehört und die Menschen leiden", sagte ein Pastor aus Addis Abeba dem Informationsdienst Compass Direct. Pastoren aus Asendabo hätten ihm berichtet, dass die dortigen Christen Regierungsbeamte um mehr Polizeischutz gebeten hätten, denn Sicherheitskräfte seien von den Angreifern überwältigt worden. „Die Polizei vor Ort unternimmt gar nichts, sie schaut einfach zu“, so der Pastor, der anonym bleiben möchte. „Wir sind in großer Sorge, dass die Gewalt auch auf die Stadt Jimma übergreift.“ Angriffe auf Kirchen gehörten in den überwiegend muslimisch geprägten Gebieten Jimma und Jijiga fast schon zum Alltag, und Christen würden oft schikaniert und eingeschüchtert.
Auf dem Open Doors-Weltverfolgungsindex belegt Äthiopien Platz 43 der Liste der Länder, in denen Christen am stärksten verfolgt werden. Laut Verfassung herrscht Religionsfreiheit, doch in Gebieten mit mehrheitlich muslimischer Bevölkerung kommt es zu Übergriffen besonders auf Christen muslimischer Herkunft. Von den 85 Millionen Einwohnern Äthiopiens sind rund 60 Prozent Christen; etwa 34 Prozent sind sunnitische Muslime.
Quelle: Compass Direct
Christenverfolgung weltweit – hier gelangen Sie zu einem Überblick http://www.opendoors-de.org/verfolgung/wvi2011/
Über Open Doors
Schätzungsweise 100 Millionen Christen werden weltweit aufgrund ihres Glaubens verfolgt. Open Doors ist ein überkonfessionelles christliches Hilfswerk, das seit
über 50 Jahren in mehr als 50 Ländern verfolgte Christen unterstützt mit Bibeln
und christlicher Literatur sowie Hilfe zur Selbsthilfe-Projekten. Open Doors bildet Gemeindeleiter aus, engagiert sich für Gefangene und unterstützt die Familien ermordeter Christen. Mit einer breiten Öffentlichkeitsarbeit („Sprachrohrdienst") informiert das Werk in Publikationen und mit Vorträgen über Christenverfolgung
und ruft zu Gebet und Hilfe für verfolgte Christen auf. Jedes Jahr veröffentlicht Open Doors den Weltverfolgungsindex, eine Rangliste von Ländern, in denen Christen am stärksten verfolgt werden. Die Arbeit von Open Doors Deutschland e.V. wird durch Spenden finanziert. Das Werk trägt das Spendenprüfzertifikat der Deutschen Evangelischen Allianz.
Beachten Sie bitte auch unseren aktuellen Weltverfolgungsindex der Länder, in denen Christen am stärksten verfolgt werden.
Quelle: opendoors-de.org
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