Äthiopien: Hunderte Christen aus Jimma-Region vertrieben
Äthiopien: Hunderte Christen aus Jimma-Region vertrieben

(JIMMA, 23. März 2011) - Hunderte Christen aus der äthiopischen Jimma-Zone sind aus ihren Dörfern geflohen. Anfang März war es in der überwiegend von Muslimen bewohnten Region zu gewaltsamen Angriffen gekommen. Häuser von Christen und Kirchen wurden völlig zerstört. Lokale Kirchen unterstützen die Vertriebenen, doch seien sie angesichts der vielen Flüchtlinge an ihre Grenzen gekommen, berichtete Open Doors-Mitarbeiter Amare* aus Jimma.
In Jimma-Stadt im Westen des ostafrikanischen Landes nahmen lokale Kirchen die erschöpften und traumatisierten Menschen in Empfang und versorgten sie mit Essen und Unterkünften. Viele von ihnen, darunter Mütter mit Kindern, waren mehr als fünf Stunden zu Fuß unterwegs gewesen. Mitarbeiter des Hilfswerkes für verfolgte Christen Open Doors berichteten, Ankömmlinge seien in Tränen ausgebrochen und hätten zu Gott gefleht. Mitarbeiter Amare: „Es war herzergreifend zu sehen, wie liebevoll und fürsorglich die Helfer sich um die Menschen kümmern. Jugendliche nahmen den Müttern, die ihre Kinder auf dem Arm trugen, schweres Gepäck ab. Andere arrangierten Plätze, wo sie sich ausruhen konnten.“
Angebliche Koranentweihung
Zum Ausbruch der sich ausbreitenden Angriffe kam es am 2. März, nachdem Muslime einen Christen beschuldigt hatten, einen Koran zerrissen und Seiten als Toilettenpapier benutzt zu haben. (Open Doors berichtete) Binnen fünf Tagen sind in und um Asendabo in der Jimma-Zone Tausende verletzt und ein Christ getötet worden. Nach Schätzungen von Kirchenleitern sollen an den Angriffen Mobs aus etwa 15.000 aufgebrachten Muslimen beteiligt gewesen sein. Sie verübten Brandanschläge auf 49 Kirchen und mindestens 28 Häuser. Etwa 4.000 Christen flohen in verschiedene Ortschaften.
Am Limit angekommen
„Wir haben Essen und Trinkwasser nach Ako gebracht“, so ein anderer Pastor aus Jimma. „Wir tun, was wir können, doch es sind so viele und wir sind hier in Jimma an unsere Grenzen gekommen.“ Derzeit ist es zu keinen weiteren Übergriffen in der Region gekommen. Kirchenleiter glauben nicht an eine Beruhigung der Lage. Zudem gibt die prekäre Situation der Vertriebenen Anlass zur Sorge. Eine weitere Herausforderung ist die Unterstützung jener Menschen, die alles verloren haben. „Die allgemeine Situation ist so schlimm, dass die lokalen Kirchen jede nur mögliche Hilfe benötigen“, so Open Doors-Mitarbeiter Amare. „Dies ist die Zeit, in der wir den verfolgten Christen in Jimma unsere Solidarität und unsere Liebe zeigen können. Durch Gebet und Hilfe: beides wird dringend gebraucht.“
*Name geändert
Open Doors unterstützt die Christen in der Region mit Nothilfe und steht den Betroffenen seelsorgerlich zur Seite.
Den ausführlichen Bericht lesen Sie hier…
http://www.opendoors-de.org/verfolgung/news/news_2011/03-2011/23032011etjimma/
Achtung vormerken! Open Doors Tag am 14. Mai in Wetzlar
Unsere Gäste sind Christen aus Kolumbien, Nordkorea und der islamischen Welt. Thema: „Zukunft geben – Kinder der verfolgten Kirche“ mit großem Kinderprogramm und Live-Übertragung in Ihre Region.
Nähere Informationen hier …
http://www.opendoors-de.org/aktiv-werden/veranstaltungen/opendoors_tag2011/
Christenverfolgung weltweit – hier gelangen Sie zu einem Überblick http://www.opendoors-de.org/verfolgung/wvi2011/
Über Open Doors
Schätzungsweise 100 Millionen Christen werden weltweit aufgrund ihres Glaubens verfolgt. Open Doors ist ein überkonfessionelles christliches Hilfswerk, das seit
über 50 Jahren in mehr als 50 Ländern verfolgte Christen unterstützt mit Bibeln
und christlicher Literatur sowie Hilfe zur Selbsthilfe-Projekten. Open Doors bildet Gemeindeleiter aus, engagiert sich für Gefangene und unterstützt die Familien ermordeter Christen. Mit einer breiten Öffentlichkeitsarbeit („Sprachrohrdienst") informiert das Werk in Publikationen und mit Vorträgen über Christenverfolgung
und ruft zu Gebet und Hilfe für verfolgte Christen auf. Jedes Jahr veröffentlicht Open Doors den Weltverfolgungsindex, eine Rangliste von Ländern, in denen Christen am stärksten verfolgt werden. Die Arbeit von Open Doors Deutschland e.V. wird durch Spenden finanziert. Das Werk trägt das Spendenprüfzertifikat der Deutschen Evangelischen Allianz.
Beachten Sie bitte auch unseren aktuellen Weltverfolgungsindex der Länder, in denen Christen am stärksten verfolgt werden.
Quelle: opendoors-de.org
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