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Nigeria nach Präsidentenwahl: Muslime greifen Christen an


Pastoren getötet, Kirchen niedergebrannt


(Open Doors, 19. April 2011) - Nach dem Ausgang der Präsidentenwahlen in Nigeria ist es in mehreren nördlichen Bundesstaaten zu Gewaltakten gegen Christen gekommen. Mehr als 60 Kirchen wurden niedergebrannt und tausende Häuser von Christen zerstört. Pastoren, Gemeindemitarbeiter und christliche Dorfbewohner wurden getötet und verletzt. Isaac Peters, in Nigeria für das Hilfswerk für verfolgte Christen Open Doors tätig, sagte: „Von Maiduguri bis Sokoto hat die Zerstörung ein enormes Ausmaß erreicht“. Panikartig hätten Christen ihre Dörfer verlassen, aus Angst Opfer eines Massakers zu werden. Inzwischen sollen Tausende auf der Flucht sein.

Wie Isaac Peters nach Angaben einheimischer Christen berichtete, sind die nördlichen Bundesstaaten Adamawa, Bauchi, Jigawa, Kaduna, Kano, Sokoto, Gombe, Yobe und Katsina betroffen. Dort randalieren seit gestern muslimische Jugendliche in den Straßen. Montagabend wurde der Sieg von Goodluck Jonathan von der regierenden Demokratischen Volkspartei (PDP) bei den Präsidentenwahlen vom 9. April durch die unabhängige Wahlkommission bekanntgegeben. Jonathan stammt aus dem Süden des bevölkerungsreichsten Landes Afrikas und ist Christ. Unabhängigen Wahlbeobachtern der Afrikanischen Union sowie des Europäischen Parlaments zufolge sind die Wahlen in Nigeria weitgehend frei und fair verlaufen und damit ein Zeichen der Hoffnung für den ganzen Kontinent.

Örtliche Christen berichteten, dass alle Gebäude einer Missionsstation im Gebiet Malumfashi (Katsina) zerstört wurden. Zahlreiche Kirchen seien völlig ausgebrannt. In Kaduna wurde eine 24-stündige Ausgangssperre verhängt. Auch hier waren überwiegend von Christen bewohnte Dörfer von Verwüstung betroffen. Ebenso im Bundesstaat Kano. Mehrere Kirchen wurden niedergerissen. Nach Open Doors-Informationen kam es zu Feuergefechten zwischen Sicherheitskräften und randalierenden Demonstranten, wobei Menschen getötet wurden.

Aufruf an Christen weltweit

„Bitte beten Sie für die Christen in Nigeria und für ein Ende der Gewalt", appelliert Isaac Peters an die Christen in aller Welt. Die Lage ist äußerst angespannt. Im Vorfeld geäußerte Befürchtungen von Beobachtern scheinen eingetroffen zu sein, dass die Wahlen das Land entlang religiöser und ethnischer Grenzen noch weiter gespalten wird.



Über Open Doors

Schätzungsweise 100 Millionen Christen werden weltweit aufgrund ihres Glaubens verfolgt. Open Doors ist ein überkonfessionelles christliches Hilfswerk, das seit
über 50 Jahren in mehr als 50 Ländern verfolgte Christen unterstützt mit Bibeln
und christlicher Literatur sowie Hilfe zur Selbsthilfe-Projekten. Open Doors bildet Gemeindeleiter aus, engagiert sich für Gefangene und unterstützt die Familien ermordeter Christen. Mit einer breiten Öffentlichkeitsarbeit („Sprachrohrdienst“) informiert das Werk in Publikationen und mit Vorträgen über Christenverfolgung
und ruft zu Gebet und Hilfe für verfolgte Christen auf. Jedes Jahr veröffentlicht Open Doors den Weltverfolgungsindex, eine Rangliste von Ländern, in denen Christen am stärksten verfolgt werden. Die Arbeit von Open Doors Deutschland e.V. wird durch Spenden finanziert. Das Werk trägt das Spendenprüfzertifikat der Deutschen Evangelischen Allianz.


Beachten Sie bitte auch unseren aktuellen Weltverfolgungsindex der Länder, in denen Christen am stärksten verfolgt werden.

Quelle: opendoors-de.org

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