Algerien: Fünf Jahre Haft für Krimo Siagh
Algerien: Fünf Jahre Haft für Krimo Siagh

(Open Doors, 30. Mai 2011) - In Algerien ist ein Christ zu einer Haftstrafe von fünf Jahren und einer Geldbuße von umgerechnet 1.940 Euro verurteilt worden. Das Bezirksgericht Djamel in Oran warf Krimo Siagh nach Artikel 144 Absatz 2 des Strafgesetzbuches die Beleidigung des Islam vor. Siagh kann innerhalb von zehn Tagen in Berufung gehen. "Dies wird er wahrscheinlich auch tun", so ein Mitarbeiter des christlichen überkonfessionellen Hilfswerkes Open Doors, der in Kontakt mit Siaghs Anwalt steht. "Die Staatsanwaltschaft hatte nur zwei Jahre Gefängnis gefordert, das Gericht setzte jedoch die Höchststrafe an. Auch das Bußgeld liegt sehr viel höher, als es das Gesetz vorsieht."
Nach der Urteilsverkündung am 25. Mai sagte der Präsident der Protestantischen Kirche von Algerien, Mustapha Krim, gegenüber Open Doors, er sei sehr besorgt über die derzeitige Welle der Verfolgung christlicher Gemeinden. Anfang Mai ordnete der Gouverneur der Provinz Béjaîa die Schließung aller sieben offiziellen Kirchen in der Region an. Open Doors bittet, für die Christen in Algerien zu beten. Das derzeitige Vorgehen ist der Höhepunkt einer Reihe negativer Entwicklungen innerhalb der vergangenen sechs Wochen. Unter den rund 35 Millionen Einwohnern des nordafrikanischen Landes leben rund 0,3 Prozent Christen. Auf dem Open Doors-Weltverfolgungsindex belegt Algerien Platz 22 in der Liste der Länder, in denen Christen am stärksten verfolgt und bedrängt werden.
Verhängnisvolle Glaubensgespräche
Am 14. April wurde Krimo Siagh wegen "Proselytismus" und wegen Lästerung gegen den Propheten Mohammed verhaftet; drei Tage später wieder entlassen. Gespräche über den christlichen Glauben wurden dem Familienvater zum Verhängnis: Laut Angaben eines örtlichen Christens habe Krimo Siagh lediglich Fragen seines Nachbarn über den christlichen Glauben beantwortet. Wie seine Frau berichtete, hatten Polizisten das Haus des Ehepaares durchsucht und Bibeln, Literatur sowie CDs und einen Computer beschlagnahmt. Später konnte sie die Gegenstände bei der Polizei wieder abholen.
Zum ausführliche Weltverfolgungsindex gelangen Sie hier: http://www.opendoors-de.org/verfolgung/wvi2011/
Wie Sie sich für verfolgte Christen einsetzen und sie ermutigen können, erfahren Sie hier... http://www.opendoors-de.org/aktiv-werden
Über Open Doors
Schätzungsweise 100 Millionen Christen werden weltweit aufgrund ihres Glaubens verfolgt. Open Doors ist ein überkonfessionelles christliches Hilfswerk, das seit
über 50 Jahren in mehr als 50 Ländern verfolgte Christen unterstützt mit Bibeln
und christlicher Literatur sowie Hilfe zur Selbsthilfe-Projekten. Open Doors bildet Gemeindeleiter aus, engagiert sich für Gefangene und unterstützt die Familien ermordeter Christen. Mit einer breiten Öffentlichkeitsarbeit („Sprachrohrdienst“) informiert das Werk in Publikationen und mit Vorträgen über Christenverfolgung
und ruft zu Gebet und Hilfe für verfolgte Christen auf. Jedes Jahr veröffentlicht Open Doors den Weltverfolgungsindex, eine Rangliste von Ländern, in denen Christen am stärksten verfolgt werden. Die Arbeit von Open Doors Deutschland e.V. wird durch Spenden finanziert. Das Werk trägt das Spendenprüfzertifikat der Deutschen Evangelischen Allianz.
Quelle: opendoors-de.org
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