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"Jesus Christus" aus SMS verbannt

Pakistan: "Jesus Christus" aus SMS verbannt


Die pakistanische Regierung hat die fünf Mobilfunkanbieter des Landes angewiesen, SMS-Kurznachrichten auf "anstößige" Inhalte zu überprüfen und verdächtige Texte auszusortieren. Zu diesen "Inhalten" gehören neben Wörter wie "Sex", "Kondom" und "Brust" auch "Jesus Christus".
  
Die Telekommunikationsbehörde der "Islamischen Republik Pakistan" (das Bild zeigt die Landesflagge) verbietet "Jesus Christus" in Kurznachrichten. (Foto: flagspot.net (Wikipedia))

"Nach zahlreichen Beschwerden von Kunden haben wir uns zu diesem Schritt entschlossen", sagte der Sprecher der Telekommunikationsbehörde PTA, Mohammad Younis, am Freitag laut einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa. Die Verordnung soll am Montag in Kraft treten. Die Unternehmen arbeiten nach eigenen Angaben bereits an der notwendigen Filtersoftware. Die PTA begründete den Schritt damit, die islamische Kultur schützen zu wollen. Nach Medienberichten soll den Anbietern eine Liste mit mehr als 1.600 Wörtern übermittelt worden sein, die die PTA als "anstößig" einstuft. Darunter seien Begriffe aus dem Englischen, der Landessprache Urdu sowie aus vier Regionalsprachen.

Wie die "Christian Post" meldet, wurden die Verordnung und die beiden Listen mit den verbotenen Wörtern auf der Website von "Bytes for all" (etwa: Bytes für alle, BFA) veröffentlicht, einem Netzwerk, das sich in Südasien für einen Ausbau und die freie Nutzung der Informations- und Kommunikationstechnologie engagiert. Die BFA verurteile die Tatsache, dass die religiösen Gefühle vieler Christen in Pakistan verletzt werden, zitiert "Christian Post" die Organisation. "Wenn so etwas in irgendeinem anderen Land passiert, würde dies für Empörung sorgen. Und wenn es unabsichtlich oder absichtlich gegen Muslime gerichtet wäre, wäre das Ausmaß der Empörung unkontrollierbar."

In Pakistan gibt es rund 100 Millionen Handy-Nutzer. Das Land hat laut dpa etwa 170 Millionen Einwohner, die große Mehrheit davon sind Muslime. Auf dem aktuellen "Weltverfolgungsindex" der christlichen Menschenrechtsorganisation "Open Doors" rangiert Pakistan hinter Usbekistan und Laos auf Platz 11. "Open Doors" veröffentlicht jedes Jahr eine Liste von 50 Ländern, in denen Christen aufgrund ihres Glaubens am stärksten verfolgt werden. Bei der Ermittlung der Platzierungen liegen Berichte über Übergriffe auf Christen, Experteneinschätzungen hinsichtlich der Religionsfreiheit und eigene Befragungen von Christen vor Ort zugrunde.(pro/dpa)

VON: aq | 20.11.2011

Quelle: pro-medienmagazin.de

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