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Christen brauchen Gebet

Unruhen in Ägypten: Christen in Kairo bitten um Gebet

Angespannte Lage vor den Parlamentswahlen - Open Doors sprach mit jungen Christen


(Open Doors) - In Ägypten ist die Stimmung vor den Wahlen äußerst angespannt. Noch steht der Termin am Montag, dem 28. November. An diesem Tag sollen die Ägypter zum ersten Mal frei über ein Parlament abstimmen. Seit Tagen wird auf dem Tahir-Platz im Herzen von Kairo gegen den Militärrat demonstriert. Die Armee ging mit Tränengas und Gummigeschossen gegen die friedlichen Demonstranten vor. Bislang gab es über 30 Tote und mehr als 200 Verletzte. Sie wurden in provisorischen Lazaretten behandelt. Auch eine in der Nähe des Platzes angesiedelte Kirche hat ein Nothospital im Hof ihres Gebäudes eingerichtet.

Unverminderte Angriffe
Auch nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Mubarak ist es immer wieder zu Gewalt gegen Christen gekommen. In Kairo waren deshalb am 9. Oktober überwiegend koptische Demonstranten vor das Fernsehgebäude gezogen, um gegen die Angriffe auf Kirchen und Christen zu protestieren. Die friedlich begonnene Kundgebung endete in einem Gewaltexzess: Schlägertrupps griffen Christen an; das Militär ging mit Panzern gegen die Menschengruppen vor. 26 Menschen starben, hunderte wurden verletzt. Die meisten Opfer sollen Christen gewesen sein. Am 17. November wurden Kopten bei einem Gedenkmarsch für die Opfer des 9. Oktobers von Anwohnern mit Steinen und Molotowcocktails angegriffen. 30 Menschen wurden verletzt.

Gebetsanliegen aus Kairo
In der vergangenen Woche besuchte ein Team von Open Doors junge Christen in Kairo. Diese äußerten sich sehr besorgt über die Zukunft des Landes und bitten Christen um Gebet. Einige ihrer Gebetsanliegen wollen wir hier weitergeben und dazu einladen, gemeinsam mit Christen in Ägypten zu beten.

• "Wir sind ein Leib, wir sind Brüder und Schwestern im Herrn Jesus Christus, und wir halten zusammen. Wir wollen beten, dass Jesus das ganze Land verändert. Wir wünschen uns, dass ihr mit uns für die Regierung betet und für die politische Situation. Wir sind sicher, dass nur das Gebet die Situation verändern kann." Rommel aus Kairo
• "Wir wollen für die Menschen in Ägypten beten und besonders für die jungen Leute. Wir wollen ein Zeugnis für Jesus sein. Das ist das Wichtigste. Bitte betet für die Gemeinde Jesus hier, dass wir gerade in dieser unruhigen Zeit eins werden und nicht auf die Unterschiede schauen." Nadine aus Kairo
• "Bitte betet auch für die vielen Straßenkinder. Viele von ihnen haben es sehr schwer. Sie werden sexuell missbraucht und haben niemanden, der sie beschützt. Viele von ihnen nehmen Drogen. Ich bin sehr froh, dass wir zu einer Familie Gottes gehören. Ich liebe es, wenn Christen zusammen kommen und beten. Denn Jesus sagte, wenn zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da ist er mitten unter ihnen." Nadine aus Kairo

Jemen: Kaum Verbesserungen für Christen erwartet

Hilfswerk Open Doors bittet um Gebet für einheimische Christen

(Open Doors) - Nach drei Jahrzehnten Regierungszeit hat der jemenitische Präsident Ali Abdullah Saleh in Saudi-Arabien ein Abkommen zur Machtübergabe unterzeichnet. Wohin dieses arme, unterentwickelte Land mit seinen erdrückenden Problemen politisch nun steuern wird, bleibt abzuwarten. Doch für die Christen im Land erwartet das Hilfswerk Open Doors kaum eine Verbesserung. Aufgrund der Bürgerproteste der vergangenen Monate und des gewaltsamen Vorgehens der Regierung haben die meisten ausländischen Christen den Jemen verlassen. Das überkonfessionelle christliche Werk, das sich weltweit für verfolgte und benachteiligte Christen einsetzt, bittet daher um Gebet insbesondere für die wenigen einheimischen Christen muslimischer Herkunft.

Kirchen nur für Ausländer
Das Land im Süden der Arabischen Halbinsel zählt seit Jahren zu den Staaten, in denen Christen am stärksten verfolgt werden. Derzeit belegt es auf dem Weltverfolgungsindex Platz 7 in der Liste der Länder, in denen Christen weltweit am stärksten verfolgt werden. Unter den 23,6 Millionen Einwohnern lebten etwa 6.000 zumeist ausländische Christen. In mehreren Städten gibt es für Ausländer offizielle Kirchen, darunter drei katholische und eine anglikanische Kirche in Aden, zudem Gemeinden für evangelische und äthiopische Christen in mehreren Städten. Die Schätzungen der Anzahl einheimischer Christen muslimischer Herkunft reichen von 500 bis 1.000 Christen. Der Islam ist im Jemen Staatsreligion. Zwar garantiert die Verfassung Religionsfreiheit, erklärt aber die Scharia (islamisches Recht) zur Quelle der Rechtsprechung. Parlamentsmitglieder müssen Muslime sein, der Präsident hat den muslimischen Glauben zu praktizieren. Die Regierung gestattet Ausländern etwas Freiheit beim Praktizieren ihres Glaubens, jemenitische Bürger dürfen jedoch nicht zum Christentum konvertieren.

Glaube nur im Untergrund
Den wenigen einheimischen Christen droht bei Entdeckung ihrer Konversion die gesellschaftliche Ächtung, im schlimmsten Fall sogar der Tod. Wo es möglich ist, treffen sie sich in geheimen Hausgemeinden. Aus Angst vor Verfolgung müssen sie ihren Glauben vor ihrer Familie verschweigen. Sie werden immer wieder wegen ihres Glaubens verhaftet, unter Druck gesetzt und teilweise in Einzelhaft gesteckt. Open Doors unterstützt diverse Dienste zur Stärkung der Christen im Jemen, u.a. Bibel- und Literaturprojekte, Glaubenskurse, Radioprogramme und Berufsausbildungsprogramme sowie Hilfe-zur-Selbsthilfe Projekte für arbeitslose Christen.

Jetzt vormerken: Open Doors Tag 2012 - Ein Tag für verfolgte Christen am 9. Juni in Kassel oder erstmals per Livestream. Holen Sie sich den Open Doors Tag in Ihre Gemeinde. Hier mehr Infos...

Quelle: opendoors-de.org

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