Indien: Scharia-Gericht verurteilt drei Christen
Christen flüchten vor wachsender Feindseligkeit
Pastor Chander Mani Khanna von der Allerheiligenkirche in Srinagar, der Holländer und katholische Christ Jim Borst und der Evangelist Gayoor Messa haben die Region bereits verlassen. In den vergangenen Wochen sind noch weitere Christen aus der Region geflohen. "Ich fühlte mich mit meiner Frau und den Kindern nicht mehr in Srinagar sicher", so ein Christ, der aus Sicherheitsgründen anonym bleiben möchte. "Eine Gruppe von Muslimen hat mein Haus zweimal besucht und meinen Eltern mit dem Ausschluss aus der Gemeinschaft gedroht, falls sie mich nicht zum Islam zurückbrächten."
Urteil mit Signalwirkung
Zwar sind Urteile islamischer Gerichte für Nicht-Muslime nicht rechtsverbindlich, jedoch haben sie Signalwirkung. Dem Gesamtindischen Christenrat zufolge könnte der Schuldspruch gegen die Männer extremistische Kräfte zu Gewalttaten gegen Christen ermutigen. Die mehr als zehn Millionen Einwohner des Bundesstaates sind zu zwei Dritteln Muslime, etwa 29 Prozent sind Hindus. Die etwa 20.000 Christen stammen zumeist aus der überwiegend hinduistischen Region Jammu. Im Kaschmir-Tal leben schätzungsweise nur etwa 400 Christen, davon 300 in Srinagar. Während die meisten Muslime in Kaschmir friedliche Anhänger des Sufismus sind, stehen einige unter dem Einfluss der strengen wahhabitischen Richtung des Islam und haben sich radikalisiert.
Pastor: "Ich kann niemanden bekehren"
Auslöser für das Vorgehen gegen die drei Männer war die Taufe von ehemaligen Muslimen im August 2011. Daraufhin hatte die Polizei in Srinagar sieben Christen muslimischer Herkunft verhaftet und verprügelt. Ein Video von ihrer Taufe war später im Internet auf der Plattform "YouTube" zu sehen. Obwohl das Video lediglich die Taufzeremonie zeigte, behauptete Kaschmirs Großmufti Bashir-ud-din Ahmad, Leiter eines der drei islamischen Scharia-Gerichte, es beweise, dass Pastor Khanna junge Muslime durch finanzielle Anreize zum Übertritt zum christlichen Glauben "lockt". Khanna bestreitet die Vorwürfe. Jeder ehemalige Muslim müsse vor seiner Taufe eine eidesstattliche Erklärung unterzeichnen, dass er zu diesem Schritt nicht genötigt oder überredet wurde. Die Allerheiligenkirche in Srinagar werde, so Pastor Khanna weiter, sonntags von vielen Muslimen besucht; die Kirche stünde jedem offen: "Ich kann niemanden bekehren; das ist das Werk des Heiligen Geistes. Und was lehre ich in der Kirche? Die Liebe Gottes. Ich bin dem Koran gegenüber nie respektlos gewesen."
(Quelle: Compass Direct)
Gebetsanliegen
• Beten Sie für die wenigen Christen in der Kaschmir-Region. Sie sehen sich wach-sendem Extremismus und Verfolgung gegenüber.
• Beten Sie für die Christen, die ihren Wohnort verlassen und alles zurücklassen mussten. Sie fürchten, nicht wieder in die Region zurückkehren zu können.
• Beten Sie für die Christen muslimischer Herkunft, die wegen ihres Abfalls vom Islam bedroht werden. Beten Sie auch um Weisheit und Schutz für die Pastoren und Gemeindeleiter.
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Über Open Doors
Schätzungsweise 100 Millionen Christen werden weltweit aufgrund ihres Glaubens verfolgt. Open Doors ist ein überkonfessionelles christliches Hilfswerk, das seit über 50 Jahren in mehr als 50 Ländern verfolgte Christen unterstützt mit Bibeln und christlicher Literatur sowie Hilfe zur Selbsthilfe-Projekten. Open Doors bildet Gemeindeleiter aus, engagiert sich für Gefangene und unterstützt die Familien ermordeter Christen. Mit einer breiten Öffentlichkeitsarbeit („Sprachrohrdienst") informiert das Werk in Publikationen und mit Vorträgen über Christenverfolgung und ruft zu Gebet und Hilfe für verfolgte Christen auf. Jedes Jahr veröffentlicht Open Doors den Weltverfolgungsindex, eine Rangliste von Ländern, in denen Christen am stärksten verfolgt werden.
Die Arbeit von Open Doors Deutschland e.V. wird durch Spenden finanziert. Das Werk trägt das Spendenprüfzertifikat der Deutschen Evangelischen Allianz.
Quelle: opendoors-de.org
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